Gebet für den Monat Oktober

O Heiliger Geist,
Du Liebe des Vaters und des Sohnes!
Gib mir immer ein, was ich denken soll,
gib mir immer ein, was ich sagen soll, und wie ich es sagen soll.
Gib mir immer ein, was ich verschweigen soll und wie ich mich dabei verhalten soll.
Gib mir ein, was ich zur Ehre Gottes,
zum Wohl der Seelen und zu meiner eigenen Heiligung tun soll.

Heiliger Geist,
gib mir Verstand, um zu verstehen und zu erkennen,
gib mir das Fassungsvermögen, um alles zu behalten.
Lehre mich die Methoden und gib mir die Fähigkeit, um immer wieder zu lernen.
Gib mir Scharfsinn, um richtig zu deuten und zu unterscheiden,
gib mir die Gnade, um wirkungsvoll zu sprechen.

Heiliger Geist,
gib mir Zuversicht und Treffsicherheit am Beginn,
leite und führe mich bei der Ausführung,
und schenke mir Vollkommenheit beim Beenden.
Amen.

Tägliches Gebet von Papst Johannes Paul II.
(Gedenktag 22. Oktober)

Gebet für den Monat September

Gebet von Papst Franziskus für die Jugend
in Vorbereitung auf die Synode im Oktober 2018

Herr Jesus Christus, auf dem Weg zur Synode
richtet Deine Kirche ihren Blick auf die Jugendlichen in der ganzen Welt.
Wir bitten Dich, lass sie mutig ihr Leben in die Hand nehmen,
nach den schönsten und sinnvollsten Dingen des Lebens streben
und stets ein freies Herz bewahren.

Hilf ihnen, begleitet und geführt von weisen und großherzigen Menschen,
dem Ruf, den Du an jeden Einzelnen von ihnen richtest, zu folgen,
um ihren Lebensentwurf zu verwirklichen und glücklich zu werden.
Halte ihre Herzen offen für große Träume
und lass sie auf das Wohl ihrer Brüder und Schwestern achten.

Lass auch sie wie den geliebten Jünger am Fuß des Kreuzes stehen,
um Deine Mutter als ein Geschenk von Dir zu empfangen.
Lass sie Zeugen Deiner Auferstehung sein und erkennen,
dass Du lebst und an ihrer Seite bist, während sie mit Freude verkünden,
dass Du der Herr bist.

Amen.

Gebet für den Monat August

Verweilen

Lass mich langsamer gehen, Herr.
Entlaste das eilige Schlagen meines Herzens
durch das Stillwerden meiner Seele.
Lass meine hastigen Schritte stetiger werden
mit dem Blick auf die weite Zeit der Ewigkeit.

Gib mir inmitten der Verwirrung des Tages
die Ruhe der ewigen Berge.
Löse die Anspannung meiner Nerven und Muskeln
durch die sanfte Musik der singenden Wasser,
die in meiner Erinnerung lebendig sind.
Lass mich die Zauberkraft des Schlafes erkennen, die mich erneuert.
Lehre mich die Kunst des freien Augenblicks.

Lass mich langsamer gehen,
um eine Blume zu sehen,
ein paar Worte mit einem Freund zu wechseln,
einen Hund zu streicheln,
ein paar Zeilen in einem Buch zu lesen.

Lass mich langsamer gehen, Herr,
und gib mir den Wunsch,
meine Wurzeln tief in den ewigen Grund zu senken,
damit ich emporwachse zu meiner wahren Bestimmung.

Gebet aus Südafrika

 

 

Gebet für Monat Juli

Abschied

Herr, in unserem Leben heißt es immer wieder
Veränderungen zu akzeptieren,
Abschied zu nehmen, loszulassen –
und uns auf Unbekanntes einzulassen, einen Neuanfang zu wagen.

Dies gilt für jeden einzelnen Menschen,
dies gilt auch für unsere Gesamtkirchengemeinde.
Diese Wochen sind vom Abschied geprägt,
denn die Zeit, in der die Salvatorianer im Giebel wirkten, ist zu Ende.

Wir danken Dir für diese Zeit,
für alles, was gesät wurde und was gewachsen ist!
Vergilt Du allen Einsatz und alles Mühen!
Dir, dem Herrn, vertrauen wir alles an,
was war, was ist und was sein wird.

Und wir bitten Dich um Deinen Segen,
Deine Führung und Deinen Beistand
für P. Konrad Werder und auch für unsere ganze Gemeinde.
Lass uns alle voll Hoffnung und Zuversicht
den Weg, den Du uns führen willst, weitergehen!

 

Gebet für Monat Juni

Herr, lass in unserer Gemeinde
die Vielfalt der Begabungen lebendig werden:

Wir brauchen Menschen,
die zuhören können,
Menschen, die Frieden stiften,
Menschen, die Einheit schaffen,
die ausgleichen und versöhnen,
die Zeugnis geben
und die Wahrheit sagen,
ohne zu verletzen.

Wir brauchen Menschen,
die Hoffnung ausstrahlen
und sich für dein Reich einsetzen.

Herr, schenke uns Menschen,
die andere für deinen Weg
gewinnen können,
Menschen, die beten
und die das Gebet
auch zur Tat werden lassen.

Herr, lass unsere Gemeinde
zur missionarischen Gemeinde werden.
Du hast uns gerufen,
Verantwortung zu tragen für eine bessere Welt.

Aus Impuls und Information Februar 2010

Gebet für den Monat Mai

Komm herab, o Heilger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Welt.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not.

In der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.

Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

Lass es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

Amen. Halleluja.

Pfingstsequenz (Gotteslob Nr. 344)

Gebet für den Monat April

Emmaus

Herr Jesus Christus,
du hast die beiden Jünger auf ihrem Weg nach Emmaus begleitet.
Begleite auch uns auf unserem Weg durch unsere Zeit.

Auf ihrem Weg warst du den Jüngern nahe
und hast sie deine Liebe spüren lassen.
Lass auch uns deine Nähe spüren und erfahren,
damit unsere Herzen entzündet werden von deiner Liebe.

Beim Mahl mit dir, im Brechen des Brotes, haben die Jünger dich erkannt.
Lass auch uns dich erkennen, wenn wir uns um deinen Tisch versammeln,
um zu erfüllen, was du uns aufgetragen hast –
das Mahl deiner Liebe und deiner Gegenwart bei uns.

Herr, lass uns deine Jünger sein,
Zeugen deiner Botschaft und Verkündiger unseres Glaubens,
der du lebst und immer mit uns bist,
jetzt und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Verfasser unbekannt

 

Gebet für den Monat März

Herr, du liebst mich, wie ich bin.
Bei dir muss ich kein anderer sein, um geliebt zu werden.
Wie oft aber will ich mich anders haben und werfe dir meine Eigenarten vor.
Ich schiele nach den anderen,
die ich für besser halte, für attraktiver, für erfolgreicher.
Du hast mir Talente gegeben, die ich vergrabe aus Angst vor Blamage,
aus Angst vor Fehlern, aus Angst vor Ablehnung.
Vergib mir.

Bei dir darf ich Fehler machen, ohne Angst haben zu müssen.
Du kennst meine Schwächen und hältst sie mir nicht vor.
Du strafst mich nicht, wenn ich schuldig geworden bin.
Aber wie oft strafe ich mich selber, gönne mir das Leben nicht,
und suche durch Leistungen anerkannt zu werden.
Vergib mir.

Wie oft zürne ich dir, weil ich glaube, von dir im Stich gelassen zu sein.
Was habe ich alles getan, damit du meine Wünsche erfüllst!
Ich gestehe, dass ich ungeduldig bin und dir vorschreiben will,
wie du mit mir umzugehen hast.
Doch du hast manchmal andere Pläne mit mir und hoffst auf mein Ja.
Du kennst mich und weißt besser, was ich zu meinem Heil brauche.
Deine Liebe ist unbegreiflich.

Herr, es wird Zeit, als erlöster Christ zu leben.
Hilf mir dabei.

P. Dr. Jörg Müller SAC

Gebet für den Monat Februar 2018

Bitte um Humor

Schenke mir eine gute Verdauung, Herr, und auch etwas zum Verdauen.

Schenke mir Gesundheit des Leibes, mit dem nötigen Sinn dafür,
ihn möglichst gut zu erhalten.

Schenke mir eine heilige Seele, Herr, die das im Auge behält, was gut ist und rein, damit sie im Anblick der Sünde nicht erschrecke, sondern das Mittel finde,
die Dinge wieder in Ordnung zu bringen.

Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist,
die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen,
und lass nicht zu, dass ich mir allzu viel Sorgen mache
um dieses sich breit machende Etwas, das sich „Ich“ nennt.

Herr, schenke mir Sinn für Humor,
gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen,
damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile.

Hl. Thomas Morus (1478 – 1535)

 

 

Gebet des Monats Januar 2018

Irisches Segensgebet

Du Gott der Anfänge, segne uns,
wenn wir deinen Ruf hören,
wenn deine Stimme uns lockt
zu Aufbruch und Neubeginn.

Du Gott der Anfänge, lass leuchten
über uns dein Angesicht,
wenn wir in Vertrauen und Zuversicht
einen neuen Schritt wagen
auf dem Weg des Glaubens.

Du Gott der Anfänge, sei uns nah,
wenn Angst uns befällt vor dem Tor
in ein unbekanntes Land.

Du Gott der Anfänge, sei mit uns,
wenn unser Herz sich sehnt
nach Wärme und Glück,
nach Freundschaft und Begegnung.
Lass den Segen deines Lichtes
mit uns sein.

Du Gott der Anfänge,
schenke uns ein gutes Leben.

aus missio-Magazin 3-2009

 

 

 

Adventskalender 24. Dezember: 4. Advent: „Es ist ein Ros entsprungen“

Manchmal finde ich im Winter in unserem Garten noch vereinzelt Rosen. Wenn sie morgens mit Reif überzogen sind, berührt mich das besonders. Sie erinnern mich an dieses Lied.

Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art,
und hat ein Blümlein bracht
mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht.                                                                   

Das Röslein, das ich meine, davon Jesaja sagt,
ist Maria, die Reine, die uns das Blümlein bracht.
Aus Gottes ewgem Rat
hat sie ein Kind geboren und blieb doch reine Magd

Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß;
mit seinem hellen Scheine vertreibt’s die Finsternis,
wahr’ Mensch und wahrer Gott,
hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd und Tod.

Der Legende nach soll ein junger Mönch diesen Text gedichtet haben, nachdem er im winterlichen Klostergarten noch eine Rosenknospe fand. Dabei geht es bei diesem Lied gar nicht um die Rose.

Das Lied ist vielmehr wie ein kleines Rätsel, das sich nach und nach auflöst. Mit „Ros“ ist ein frischer Trieb gemeint (Ros = Reis), der aus einer alten, längst schon vertrocknet geglaubten Wurzel sprosst. Ein Hoffnungsbild, das der Prophet Jesaia schon vor undenklichen Zeiten geschaut hat:

»Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis (Ros) hervor«.

Isai – auf lateinisch »Jesse« – war der Vater des Königs David. Und aus seinem Stammbaum wird von neuem einer kommen, der Gottes Reich unter den Menschen aufbaut. Aber nicht wie ein machtvoller Herrscher sondern wie ein duftendes „Blümelein“.

Das erinnert mich an den Duft, den ein Neugeborenes verströmt. Ein ganz besonderer Duft, der uns etwas von seinem göttlichen Ursprung erahnen lässt. Als Kind kommt Gott in unsere Welt, zart und zerbrechlich wie eine Blume mitten im Winter.

 
Mechthild Alber, beratendes Mitglied im KGR St. Josef, Frauenoase

                                  

Adventskalender 23. Dezember: sich aufmachen

Zuerst lief alles bei mir wie jedes Jahr vor Weihnachten. Doch wie aus dem Nichts traf mich in der 2. Adventswoche  die Geschichte von meinem alten Freund Hermann, den ich schon seit einigen Jahren nicht gesehen hatte, wie ein Blitz. Auf dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart traf ich die Frau von Hermann, Anne. Weil sie allein und irgendwie verändert aussah, sprach ich sie mit dem üblichen: „Anne, wie geht’s dir?“ an. Sie blickte mich mit traurigen Augen an und sagte: „Ach ich bin ein wenig durch den Wind“! „Und der Hermann?“ „Das ist es ja“, antwortete Anne. „Wie?“ „Vor 7 Wochen haben wir ihn beerdigt“, sagte Anne mit Tränen in den Augen. Wir schwiegen beide  und ich schlug vor, gemeinsam ein Glas Glühwein zu trinken. Bewegt hörte ich mir die Geschichte von Hermann an. Zum Schluss sagte Anne   seufzend: „Der Hermann war schon ein feiner Kerl. Er wusste, dass er sterben wird und hat versucht es mir so leicht wie möglich zu machen. Bei einem der letzten Gespräche sagte er zu mir: „Weißt Du, Anne, mach dir keine Sorgen um mich, wenn ich nicht mehr da bin. Ich glaube fest daran, dass Gott mich nach dem Tod in eine neue wunderbare Welt auferstehen lässt, in der wir uns einmal wieder sehen werden“.“

Dann blickte Anne mich an und fragte sehr ernst: “Glaubst du das?” Die Frage traf mich wie ein Blitz, die mein ganzes Sein und meine Seele tief durchtränkte. Auf einmal stand die ganze Heilsbotschaft des Christentums von Weihnachten bis Ostern vor meinen Augen. Ich erinnerte mich an die Worte von Jesus in Joh 11,26 an Marta (und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?), die in den Worten von Anne gleich klangen. Dieses Erlebnis war für mich eindeutig das am stärksten wirkende Glaubenserlebnis der letzten Jahre. Der kommenden Zeit sehe ich viel tiefer und spiritueller entgegen. Ich wurde von einem Geist ergriffen, der eine neue Lebenszuversicht in meiner Seele entzündete.

Vor 3 Monaten schloss ich mich der neuen Gruppe für Trauerbegleitung in St. Theresia an. Damals wusste ich noch nicht, wie ich mich in diesem schwierigen Thema zurechtfinde. Bisher konnte ich mit dem Tod eher sehr beschwerlich umgehen. Durch die „blitzartige Besinnung“ an der Geschichte von Hermann hat sich in mir etwas dauerhaft verändert. Ich erkannte die große Spannung zwischen der Trauer beim Verlust eines lieben Menschen und dem Trost, der aus der christlichen Heilsbotschaft entströmt. Weil diese Geschichte mich so innerlich durchschüttelte und in mir eine neue Zuversicht entfachte, möchte ich sie mit allen an dieser Stelle teilen.

Alfred Körner, Mitglied in der Gruppe Trauerbegleitung in St. Theresia

Adventskalender 22. Dezember: sich aufmachen

Manchmal wird der Weg ganz schön weit und das Gepäck ganz schön schwer.

Gut, wenn dann jemand mitgeht .

Oft ist das Ziel dann doch näher als gedacht und schenkt uns Ruhe und Rast.

 

Susanne Scholz, St. Josef

 

Adventskalender 21. Dezember: unterwegs

Maria und Josef waren unterwegs. Sie mussten nach Bethlehem gehen und nach der Geburt Jesu fluchtartig das Land verlassen. Viele Menschen sind unterwegs, freiwillig und unfreiwillig. Sie müssen ihre Heimat hinter sich lassen aufgrund Krieg und Hunger. Aber auch wir in der Sicherheit Deutschlands sind auf dem Weg, ganz persönlich und individuell. Wir erleben persönliche Wegegabelungen, erleben scheinbare Sackgassen, erleben das Dunkle im Leben, erleben aber im wieder auch das Licht des Lebens.

“Ich will nur ein Stückchen weiter, um zu sehen wo ich bin. Ich bleib nur ein bisschen weiter unterwegs. Ich muss nicht heute ankommen, auf der Suche nach dem Sinn. Muss nur steht’s drauf achten, dass sich was bewegt. Ich will nur ein Stückchen weiter, um zu finden, was mir fehlt. Ich will nicht wieder stehen bleiben, unterwegs. Ich will nur an etwas glauben, was mich weiterbringt…”  (Auszug aus „Unterwegs“ von Laith al Deen)

Wir dürfen auf unserem Weg tief auf Gott vertrauen. Er nimmt uns an die Hand und weicht niemals von unserer Seite.

Das Bild zeigt meinen sehr persönlichen Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt. Eine schmerzhafte Weggabelung. Die Papierblumen sind Zeichen der immerwährenden Existenz unseres Herrn. Die Farben seiner Liebe sind vielfältig. Wir sind mit ihm unterwegs. Zu ihm. Darauf können wir vertrauen.

Ronald Seeber

Adventskalender 20. Dezember: sich aufmachen und unterwegs sein

Ich stelle mir das Leben wie eine Reise im Zug vor.

Ich breche auf zu meiner Reise; da sind viele Stationen, an denen ich ankomme und weiterfahre. Viele Menschen reisen mit mir mit, einige verlassen mich. Neue Reisende begleiten mich. Bei manchen Aufenthalten habe ich angenehme Erlebnisse, es gibt viel Schönes zu sehen, für das ich immer dankbar sein werde. Es gibt auch Situationen, die mich sehr traurig machen und die ich nicht immer verstehen kann. Aber immer wieder ist es ein erneutes Aufmachen, ein neuer Aufbruch.

So ist diese Reise voller Herausforderungen, voller Träume und Fantasien, voller Hoffnung und Abschied nehmen. Das große Geheimnis dieser Reise aber ist, dass ich nicht weiß, wann und wo diese Reise endet und ich endgültig ankomme.

Und auch das ist wieder ein Aufbruch in eine neue Welt. Schauen wir also darauf, eine gute Reise zu haben, und dass sich am Ende die Mühen gelohnt haben und die Erwartungen erfüllt sind.

Günther Althaus, Mitglied im KGR Salvator, Caritasausschuss, Mitglied im Chor Salvator

 

 

Adventskalender 19. Dezember: sich aufmachen und unterwegs sein

Lass uns auf unserem Weg
ein Funke deiner Liebe sein.

Kroatisch:               

Neka na našem putu budemo
jedna iskra tvoje Ljubavi.

Kreative Gruppe
Kroatische Katholische Gemeinde sv.Ivan Krstitelj-Feuerbach.

Adventskalender 18. Dezember: sich aufmachen und unterwegs sein

Ich bin mir selbst ein unbekanntes Land
und jedes Jahr entdeck´ ich neue Stege.
Bald wandr’ ich hin durch meilenweiten Sand
und bald durch blütenquellende Gehege.
So oft mein Ziel im Dunkeln mir entschwand
verriet ein neuer Stern mir neue Wege.

(Christian Morgenstern)

Wie oft mache ich mich auf den Weg ins Ungewisse und muss mich an den kleineren oder größeren Weggabelungen meines Lebens für eine Richtung entscheiden. Eine große Freiheit, die mich immer wieder herausfordert. 

Manche Wege scheinen steiniger als andere. Aber ich glaube, dass es kein richtig oder falsch gibt. Denn “Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ (Kafka). Was mich hinter der nächsten Biegung erwartet, weiß ich nicht. Den Sinn erkenne ich oft erst im Nachhinein. Entscheidend ist vielleicht eher, WIE ich meinen Weg gehe und was ich daraus mache. Gehe ich ihn mit offenen Augen und offenem Herzen? Nehme ich die Blumen wahr, die den Weg säumen? Ruhe ich zwischendurch? Wie gehe ich mit Wüsten um? Was, wenn ich mir selbst im Weg stehe?

Ich habe keine Strategie. Doch selbst wenn ich die ersten Schritte voller Zweifel gehe, wird mein Tritt mit der Zeit sicherer, der Nebel weicht, das Vertrauen wächst – der Stern wird sichtbar.

Caroline Seethaler

 

Adventskalender 17. Dezember: -sich aufmachen und unterwegs sein

Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.

Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.

Der Anker haft’ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.

Zu Bethlehem geboren
im Stall ein Kindelein,
gibt sich für uns verloren;
gelobet muss es sein.

Und wer dies Kind mit Freuden
umfangen, küssen will,
muss vorher mit ihm leiden
groß Pein und Marter viel,

danach mit ihm auch sterben
und geistlich auferstehn,
das ewig Leben erben,
wie an ihm ist geschehn.

„Es kommt ein Schiff geladen“ … ein uraltes Advents – bzw. Weihnachtslied, das mich jedes Jahr neu zum Nachdenken anregt. Das Schiff, ein Sinnbild für die Begegnung zwischen zwei Welten, der Rettung, des Lebens, aber auch der Mütterlichkeit. Ein Schiff, dessen Ankunft erwartet wird, es weckt Sehnsüchte, Bedürfnisse und Hoffnung … Ein ganz und gar adventliches Bild also, dieses Schiff.

Mit diesem Schiff machte sich jemand auf und war unterwegs. Wenn wir den Text weiter betrachten, dann erfahren wir, dass damit Maria gemeint ist, die schwanger nach Bethlehem unterwegs ist, um uns dort dieses kleine Kind im Stall zu schenken. Ein Kind, das uns das Leben schenkt.

Ein Schiff finde ich keines, wenn ich durch unsere Gemeinden gehe, aber vielleicht etwas Vergleichbares … einen großen gelben Zug, der unsere Gemeinden und die Menschen, die hier wohnen miteinander verbindet … vielleicht sind es hier keine Welten, aber doch Stadtteile oder auch Lebenswirklichkeiten. In die Bahn steige ich oft mit Erwartungen an ein Treffen, zu dem mich die Bahn bringt. Manchmal sind es auch Befürchtungen, was mich an meinem Ziel erwartet. Oder auch Sehnsüchte und Hoffnungen, auf das Wiedersehen. Egal mit welcher Haltung wir dieses „Schiff“ besteigen und uns aufmachen, wir dürfen darauf vertrauen, dass Jesus und Gott mit uns unterwegs sind.

Das adventliche Schiff der Hoffnung
– die U-Bahn voller hoffender Menschen
– Advent in unserem alltäglichen Leben!

Julia Matheis, Pastoralreferentin

Adventskalender 16. Dezember: „sich öffnen”

Nach dem Lied: O Heiland reiß die Himmel auf, 3. Strophe

O Erd, schlag aus,o Erd,
dass Berg und Tal grün alles wird.
O Erd, hervor dies Blümlein bring,
o Heiland aus der Erden spring.

In unserer Salvatorkirche ragt im rechten Altarraum das Kreuz mit dem Korpus Jesu empor. Das Kreuz bricht dabei den schwarzen Stein am Boden auf und streckt sich zum Seitenfenster der Kirche. An Tagen mit Sonnenschein bildet das Kreuz dann den Schatten an der Altarwand ab. Für mich hat dieses Kreuz eine ganz starke Aussagekraft.

Zuerst frage ich mich: wo ist er denn, der Heiland. Im Himmel oder in der Erde verborgen? So denke ich, was vom Himmel erwartet wird, steckt doch auch in der Erde: wie ein Same, der aufgeht, wie eine Blumenzwiebel, die treibt, wenn ihre Zeit gekommen ist.

Dass aus der Erde, aus dem Boden das Blümlein, der Heiland, der Salvator mundi, unser Erlöser herausexplodiert und dadurch eine große Dynamik zum Himmel entwickelt, ist für mich ein Hoffnungsbild, dass Jesus Christus die Mühsal des Lebens mit allen Ungerechtigkeiten und Unfrieden hier auf Erden mitleidet und zu Gott bringt. Mit diesem Vertrauen darf ich mich in allen Situationen des Lebens an IHN wenden.

Ich darf voll Zuversicht auch aus der Tiefe, aus den Abgründen meines Lebens hoffen, dass ER meinen Klageschrei hört und alles Erstarrte mit zu sich nimmt.
Dann kann ich auch wieder das Licht, am Ende des Tunnels aufleuchten sehen.

Christsein heißt auch für mich: das Warten nicht lassen können, auch wenn die Hoffnung bisweilen noch so zaghaft oder routiniert daher kommt!

Gerlinde Sachs und wohne in Stgt. Weilimdorf, Ortsteil Bergheim, Einsatzleitung der Nachbarschaftshilfe Salvator/St. Theresia, Leiterin von Wort-Gottes-Feiern, Kommunionhelferin, Krankenkommuniondienst, Caritasausschuss
 

Adventskalender 15. Dezember: „sich sehnen“

„O Heiland reiß die Himmel auf“

Schon als Kind hat mich die starke Sehnsucht dieses Textes tief berührt. In einer Predigt vor Jahren, erklang dieses Lied auf andere Weise gesungen von einem deutschen Liedermacher.

In dieser Predigt erfuhr ich mehr über den Verfasser des Liedes Friedrich Spee von Langenfeld (1591 – 1635), einen Jesuiten aus dem Rheinland. Seine Lebenszeit fällt in die blutigste Phase der Hexenverfolgung. Nach seiner Priesterweihe 1622 wird er immer öfter als Beichtvater zu verurteilten Frauen gerufen und kommt zur Überzeugung, dass keine der Frauen, die er begleitet, schuldig ist.

Friedrich Spee verfasst schließlich ein Buch, in dem er seine Beobachtungen festhält. Es erscheint 1631 anonym, da es brandgefährlich ist, den fanatisch Hexengläubigen zu widersprechen. 1640 schließlich verbieten der Fürstbischof von Würzburg und Königin Christina von Schweden in ihren Gebieten Hexenverbrennungen, durch Friedrich Spees Buch bewegt.

„Wo bleibst du Trost der ganzen Welt!“

Auch heute noch sind die Worte dieses Liedes brandaktuell. Wir in Deutschland schweigen noch weitgehend über die weltweit massive Verfolgung unserer Glaubensgeschwister. Die Organisation „Open doors“, erhöhte im Jahr 2017 die Anzahl der weltweit verfolgten Christen anhand des von ihnen geführten Weltverfolgungsindex auf 200 Millionen Menschen (www.opendoors.de). Angesichts dieser Zahlen möchte ich mit Friedrich Spee rufen:

„O komm ach komm vom höchsten Saal, komm tröst uns hier im Jammertal.“

Hildegard Höfel-Wellner, Gebetskreis St. Monika
 

Adventskalender 14. Dezember: „sich sehnen“

Im Advent sehnt man sich danach, eine Tür zu öffnen. Nun gut, nicht unbedingt die Kirchentür von Salvator, welche wir auf dem Bild sehen können, sondern die Adventskalendertür. Denn so ein Adventskalender kann eine ganz schön praktische Sache sein. Der Adventskalender erinnert einen jeden Tag auf ´s  Neue, dass man sich zurzeit in der Adventszeit befindet, was durchaus in unserem Alltagsstress verloren gehen kann. Auch die Geschäfte helfen da nicht weiter, denn diese zelebrieren schon seit Ende Oktober Weihnachten. Doch warum ist die Adventszeit überhaupt für uns so wichtig?

Die Adventszeit kann für jeden etwas anderes bedeuten, aber auf jeden Fall ist sie eine Zeit des Sehnens. Man beginnt, sich nach dem gemütlichen Zusammensein der Familie, den Weihnachtsliedern und natürlich der Heiligen Nacht zu sehnen. Man sehnt sich jedes Jahr aufs Neue nach der Geburt Jesu Christi, des Heilands, der später für uns alle wieder die Himmelstüren öffnet.

Marion Lechner, Ministrantin & Mitglied im Kirchenchor

 

Adventskalender 13. Dezember: „sich sehnen“

Dies ist der Taufstein von St. Monika – und bei jedem Besuch in der Kirche dort sehe ich ihn. Zwar war St. Monika noch nicht gebaut, als ich getauft wurde – aber trotzdem erinnert er mich an meine Taufe, in der ich Kind Gottes geworden bin.

Gott hat Sehnsucht nach seinen Geschöpfen, nach allen Menschen. Er will ihnen nahe sein. Für sie wird er in Jesus Mensch, ein kleines Kind.

Und ich frage mich, wie es um meine Sehnsucht nach ihm steht?

Im ersten Johannesbrief heißt es: „Jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ (1 Joh 3,2)

Vielleicht kann uns der Advent anregen, nicht nur sein Kommen zu uns zu ersehnen, sondern auch unsere Sehnsucht wachsen zu lassen, ihm nahe zu sein, ihm ähnlicher zu werden, ihn zu sehen, wie er ist.
Wir gehen auf die Ewigkeit zu, unser ganzes Leben ist ein Advent – eine Zeit der erwartungsvollen Hoffnung! Und es kommt die Zeit der Erfüllung!

Claudia Brenner, KGR St. Josef, Kommunionhelferin St. Monika

 

Adventskalender 12. Dezember: „sich sehnen“

zum Thema der 2. Woche erinnerte ich mich an ein Bild, das ich an einem Sonntag am Strand bei Göteborg aufgenommen habe. Es zeigte mir Gottes Größe und sein überwältigendes Licht.
Auch ich sehne mich zur Zeit so oft nach der großen Lösung: Der Himmel öffnet sich und Gott sendet Hilfe, Frieden und Trost in die so schwierige Welt. Und doch weiß ich, dass unsere kleinen Schritte und Talente notwendige Bausteine am Reich Gottes sind.
Viele solcher kleinen Schritte auf Menschen zu, machen die Welt ein wenig heller, wärmer, hoffnungsvoller. Die Adventszeit in diesem Bewusstsein zu erleben, das wünsche ich mir.
Anita Verena Brandsch

Anita Verena Brandsch

 

Adventskalender 11. Dezember: „O Heiland, reiß die Himmel auf“

Strophe 4 von „O Heiland reiß die Himmel auf“

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal.

Dieses Foto, aufgenommen in der Wiener Straße in Feuerbach, passt für mich gut zur vierten Strophe des Liedes. Über den Häusern liegt Dunkelheit, die Stimmung ist düster. Doch je mehr sich der Blick zum Himmel richtet, desto heller wird es und man spürt, dass das Bedrohliche vorbei ist. Verstärkt wird dieses gute Gefühl durch den Regenbogen, der Himmel und Erde zu verbinden scheint.

Hier sehe ich den Bezug zum Text der vierten Strophe: „Wo bleibst du“ ist zunächst der an Gott gerichtete verzweifelte Hilferuf aus der Dunkelheit des Lebens und der Welt heraus, da sich Trost und Hoffnung nicht einstellen wollen. So fühlen wir uns, wenn wir mit Grenzsituationen konfrontiert werden und uns hilflos fühlen.

Das Lied bleibt aber nicht bei der anklagenden Frage stehen, vielmehr folgt, verstärkt durch das dreifache „komm“ die Bitte, getragen vom tiefen Glauben, dass wir Trost bei Gott finden können.Der Regenbogen ist dafür das passende Symbol, ein Zeichen der Hoffnung.

 

Ulrike Strubel-Sigloch, Kirchengemeinde St. Josef

Adventskalender 10. Dezember: „O Heiland, reiß die Himmel auf“

O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf.
Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

O Gott, ein Tau vom Himmel gieß, im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken brecht und regnet aus den König über Jakobs Haus.

O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd, dass Berg und Tal grün alles werd.
O Erd, herfür dies Blümlein bring, o Heiland, aus der Erden spring.

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sich all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal.

O klare Sonn, du schöner Stern, dich wollten wir anschauen gern.
O Sonn, geh auf, ohn deinen Schein in Finsternis wir alle sein.

Hier leiden wir die größte Not, vor Augen steht der ewig Tod.
Ach komm, führ uns mit starker Hand vom Elend zu dem Vaterland.

Wenn wir sehr ungeduldig sind, reißen wir eine Verpackung, ein Geschenk einfach auf, um schnell an den Inhalt zu kommen.
Im Lied soll gleich der ganze Himmel aufgerissen werden, und was der Dichter so ungeduldig haben will, ist nichts weniger als der Heiland selbst.

Der Jesuit Friedrich Spee, der das Lied 1622 für Katechismus-Schüler schrieb und reichhaltig mit biblischen Bildern bestückte, versetzt uns Singende in den Zustand der Sehnsucht vor Christi Geburt. Die Verheißung der Propheten steht im Raum, doch dass Gott der Welt bereits seinen Sohn geschenkt hat, scheint im Lied noch nicht bekannt zu sein. Dadurch bekommt es eine endzeitliche Bedeutung. Das Leben des Menschen bleibt unvollkommen und vorläufig, es ist ausgerichtet auf ein Ziel jenseits seiner selbst und mit seinem Ende beginnt etwas Neues, erfüllt sich eine Verheißung. Advent als Sinnbild für Leben bedeutet Vorläufigkeit gestalten, Vollendung erwarten, voller Freude!

Esther Walter, Kirchengemeinde Salvator, Chorleiterin, Familiengottesdienstteam, Taizé-Team

 

Adventskalender: 9. Dezember “Sich öffnen”

Die christliche Rockband Skillet singt in ihrem Lied Hard To Find

Turned on the TV yesterday
So much pain bleeding through,
I had to look away
But inside me the picture’s just the same
And every time I open up my eyes,
Nothing seems to change
It never seems to change.

Genau so geht es mir jeden Tag. Die Bilder in den Nachrichten und auch in den überall beliebten Krimis und Serien kann ich kaum mehr ertragen. In der Bahn, im Supermarkt und bei der Arbeit kommt es mir so vor, als wären viele Menschen intolleranter und gewaltbereiter geworden. Oft bin ich dadurch verunsichert und niedergeschlagen. Und dann kommen auch noch die längsten und dunkelsten und kältesten Tage des Jahres auf mich zu.

Doch nun beginnt die Adventszeit. Wir feiern die Ankunft Jesu. Menschen stellen Kerzen ins Fenster und überlegen sich achtsam Überraschungen für ihre Liebsten. Und auf einmal geht es wieder! Ich kann die Liebe wieder spüren, mich wieder öffnen und komme aus meinem Schneckenhaus.

You give me faith
To believe there’s a way
[…]
You give me strength,
During these dark times,
When I’m blind,
You are my light
When faith is hard to find.

Ich habe wieder Hoffnung und freue mich auf die Geburt meines großen Vorbilds Jesus – der, der oft unbequem war, aber immer aufrecht für Liebe und Gerechtigkeit stand.

Marion Bukowski, Salvator

Adventskalender: 8. Dezember “Sich öffnen”

Grenzpunkt

In der Straße, in der ich hier in Weilimdorf wohne, gibt es lange Reihen von Garagen mit Stellplätzen davor. Kürzlich fiel mir direkt neben dem Hinterrad unseres Autos ein GRENZPUNKT auf, der die Grenze zwischen zwei Grundstücken markiert. Da wanderten meine Gedanken zu anderen Grenzen, die in letzter Zeit für viel Auseinandersetzung gesorgt haben:

Außengrenzen und Obergrenzen, der Wunsch nach Abgrenzung aus ganz unterschiedlichen Gründen und die persönlichen Grenzen, die jeder von uns hat.

Wo verlaufen diese Grenzen? Wann machen wir sie auf, die Türen hoch und die Tore weit? Wann bleiben sie geschlossen?

Gerade haben wir die Grenze zu einem neuen Kirchenjahr überschritten und sind nun im Advent, der Zeit der Ankunft. Wenn meins Herzens Tür zu ist, kann niemand bei mir ankommen. Darum möchte ich versuchen, mein Herz aufzuschließen statt andere auszuschließen. Ich möchte es weit öffnen für meine Mitmenschen und voller Freude zu einem Tempel bereiten, damit Gott gerne darin einzieht und es füllt – mit seiner Sanftmütigkeit, Barmherzigkeit und Freundlichkeit.

Julia Häßler, Kirchenchor Salvator, Familiengottesdienstteam Salvator

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Adventskalender: 7. Dezember “Sich öffnen”

 

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller  Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich.
Der Heil und Leben mit sich bringt,
der halben jauchzt mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich an Tat.“

 

 

 

Welch großer Wunsch schwingt in diesen Liedzeilen mit, eine geöffnete Tür vorzufinden, wenn der „hohe Gast“ kommt. Ja, Jesus will ankommen, auch bei uns, auch bei mir, genau hier und heute. Und genau das ist ADVENT: ANKUNFT. Doch nur, wenn die Tür offen ist, kann Licht einfallen, kann ich sehen, wer kommt, und der andere kann eintreten. Erst dann kann ich hören vom Leben des anderen, von seiner Freude oder Traurigkeit. Erst dann kann Begegnung stattfinden.

Heißt nicht Tür-öffnen auch Herz-öffnen?! Das Licht, d.h. meine kleine Tat der Liebe, mein Dasein, mein Zuhören, mein Geduld-haben … können so ausstrahlen und im anderen neues Feuer entfachen. Genau dieses Ausstrahlen wirft Strahlen zu mir selbst zurück, bereichert mich, macht mich froh – auch heute!

Wir wünschen allen einen schönen Adventstag!
Fokolar Stuttgart

Adventskalender: 6. Dezember “sich öffnen”

Das Lied „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“ betont die Bewegung von außen nach innen, wenn es zum Beispiel heißt: „Wohl allen Herzen insgemein, da dieser König ziehet ein.“ „Sich öffnen“ beinhaltet aber auch die umgekehrte Bewegung, von innen nach außen. Das bedeutet für mich, mich Gott und anderen Menschen zuzumuten, und zwar mit allem, was zu mir gehört und wie ich nun mal bin. Nur so kann ich Bestätigung und Korrektur erfahren und damit letztlich an Sicherheit gewinnen.

Der Beichtstuhl ist ein Ort, an dem Menschen sich in besonders intensiver Weise Gott und einem anderen Menschen zumuten. Er soll hier aber nur symbolisch für alle Orte stehen, an denen größere oder kleinere Zumutungen möglich sind, zum Beispiel im Gebet oder bei einem über das Alltägliche hinausgehenden Gespräch in der Mittagspause. Vielleicht finden wir ja heute einen solchen Ort!


Sabine Andrä
St. Theresia, Mitglied im Gesamtkirchengemeinderat

Adventskalender: 5. Dezember “Sich öffnen”

Adventskranz 2017 in St. Josef
Adventskranz 2017 St. Monika

Die Ungeduld seiner Schützlinge auf das Weihnachtsfest brachte den evangelischen Theologen und Pädagogen Johann Wichern 1839 auf die Idee, die Wartezeit mit der Symbolkraft des Lichtes zu verkürzen.

Dafür befestigte er auf einem hölzernen Wagenrad vier dicke weiße Kerzen für die Sonntage mit sechs kleinen roten Kerzen dazwischen für die Werktage. Täglich wurde eine Kerze mehr angezündet. Jahre später wurde der Kranz mit Tannengrün als Symbol für Hoffnung und Leben geschmückt.

Langsam verbreitete sich der Adventskranz mit dann nur noch 4 Kerzen in Deutschland und wurde zu einem überkonfessionellen Brauch. 1925 hing erstmals in einer katholischen Kirche in Köln ein Adventskranz.

Mittlerweile hat sich die Tradition aus Deutschland auf der ganzen Welt verbreitet und entwickelt. Unterschiedliche Farben und Anzahl der Kerzen geben der Symbolik des Adventskranzes inspirierende Varianten (z.B. www.katholisch.de: „lila, grün, rosa, weiß“).

Santa Flora, das Blumenschmuckteam von St. Josef und St. Monika: v.li n.re: Jutta Gollmer, Veronika Hettich, Susanne Kempf, Ute von Laufenberg, Maria Liparoti, Birgit Möser, Hildegard Zürn-Müller, Eva Thomas

 

Adventskalender 4. Dezember 2017: “Sich öffnen”

Immer,
wenn sie sich öffnet,
die alte Tür
zu den alten Geschichten
von dem noch älteren Geschehen,
dann wünsche ich mir, wie ein Kind zu sein –
es kann durch den schmalsten Spalt schlüpfen,
sich hinstellen und staunen –
einfach nur staunen.                        (Peter Klever)

Möchte ich die alte Tür öffnen, die mich einlässt in die Adventszeit, die Zeit des Nachdenkens, Besinnens, sich Öffnens für den Zauber der Weihnachtszeit? Oder bin ich viel zu sehr in der Hektik und dem Trubel gefangen, der mir so oft den Blick verstellt für das, was hinter der alten Türe auf mich wartet?

Ich möchte die alte Tür öffnen, um zu sehen, ob mich die alten Geschichten noch genauso ergreifen, berühren und staunen lassen wie ein Kind.

Gerade in der Adventszeit erfüllt es mich so sehr, meinen Kindern die alten Geschichten zu erzählen, ihnen das weiterzugeben und mitzugeben für ihr Leben, was mich als Kind hat staunen lassen. Es sind aber gerade die Kinder, die uns an die Hand nehmen und uns Erwachsene durch die alte Tür hineinführen zu den alten Geschichten vom Geheimnis der Geburt Jesu Christi, dem Wunder der Heiligen Nacht. Wenn wir uns von ihnen durch die alte Tür führen lassen, uns wirklich öffnen wollen, dann kann uns Weihnachten wieder neu berühren, dann können wir unsere Herzen öffnen und staunen – einfach nur staunen.

Sandra Fischer,
Familiengottesdienstteam der Salvatorgemeinde

Adventskalender, 3. Dezember 2017: “sich öffnen”

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich,
ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt;
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Schöpfer reich an Rat.

Er ist gerecht ein Helfer wert.
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit,
sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unsre Not zum End er bringt;
derhalben jauchzt mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Heiland groß von Tat.

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
so diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein,
da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn,
bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott,
mein Tröster früh und spat.

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
eur Herz zum Tempel zubereit‘.
Die Zweiglein der Gottseligkeit
Steckt auf mit Andacht, Lust und Freud;
So kommt der König auch zu euch,
ja Heil und Leben mit zugleich.
Gelobet sei mein Gott,
voll Rat, voll Tat, voll Gnad.

Komm, o mein Heiland Jesu Christ,
meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein,
dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heil‘ger Geist uns führ und leit,
den Weg zur ewg‘en Seligkeit.
Dem Namen dein o Herr,
sei ewig Preis und Ehr.

 

Wie bitte soll man eine Türe „hoch“ machen?

Die Formulierung dieses Liedverses erschien mir schon immer etwas seltsam. Aber vielleicht wird es deutlicher, wenn wir an ein Garagentor, ein Scheunentor oder ein großes Rolltor vor einer Tiefgarage denken. Diese Tore fahren hoch und machen einen breiten Zugang zu einem Ziel frei.

Tore und Türe haben die Funktion zu schließen und zu trennen oder auch um offen zu sein und dadurch einzuladen.

Die Einladung soll Gott gelten, der in Jesus zu uns kommt. Und da Gott nicht nur äußerlich wahrgenommen werden will, sondern immer in unserem Herzen, unserem Innersten andocken und einziehen möchte, gilt es sich weit zu öffnen.

Öffnen durch Präferenz und Zeit: Präferenz, dass wir Gott sehr wichtig nehmen und uns deshalb viel Zeit für sein Ankommen bei uns nehmen. Dazu hat die Kirche den Advent erfunden und ihn uns geschenkt. Und wie Sie auf dem Bild nur bei intensivem Hinsehen das Kreuz in der Kirche erkennen können, so ist es auch im Advent. Wir sollen ihn suchen, zu ihm durchdringen und bei ihm ankommen.

Laden wir Gott ein, bitten wir um das Kommen und Wirken des Hl. Geistes für unsere Gemeinden und in unserem persönlichen Leben – nicht nur zu Pfingsten sondern an jedem Tag.

Andreas Wellner, Diakon

 

 

Gebet für den Monat Dezember 2017

Du Gott mit uns

Du Gott mit uns, du Immanuel – im Advent ersehnt und an Weihnachten besungen –,
du trittst immer wieder neu in Zeit und Geschichte ein,
nicht nur vor 2000 Jahren, sondern auch heute.

Du bist vertraut
mit der Situation unserer neuen Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Nordwest.
Du weißt:
Jede bisherige Gemeinde musste Vertrautes loslassen und auf Liebgewordenes verzichten.
Dies schmerzt.
Jede wird zugleich beschenkt und bereichert durch das,
was die anderen einbringen in das Gesamte, das im Wachsen ist.
Dafür danken wir Dir!

Und wir danken Dir,
dass Du uns als Einzelne und uns als Gemeinde, als Kirche vor Ort,
führst und begleitest, dass Du mit uns auf dem Weg bist.
Wir danken Dir für alles Engagement und alle Ideen,
die eingebracht wurden und eingebracht werden,
und alle Schritte, die bereits aufeinander zu und miteinander getan wurden –
vom Pastoralteam und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen,
von den Verantwortlichen und Gremien und von allen Gemeindemitgliedern.

Und im Vertrauen auf Deine Treue und Hilfe bitten wir Dich:
Erfülle alle, die zum Pastoralteam gehören, mit Deinem Geist,
gib ihnen ein hörendes und offenes Herz für Dich und für die Menschen
und schenke ihnen Freude in ihrem Dienst.
Gib allen Verantwortlichen und allen, die sich haupt- und ehrenamtlich einbringen,
Kraft, Ausdauer und Zuversicht und lass sie die nächsten Schritte erkennen und gehen.
Schenke allen Gemeindemitgliedern Beheimatung in unserer Gemeinde,
persönliche Beziehungen zu anderen und auch die Bereitschaft,
sich weiterhin auf Veränderungen einzulassen.
Segne unsere Gemeinde, und lass uns ein Segen sein;
lass uns deine Gegenwart in der Welt und deine Liebe zu allen Menschen bezeugen!

 

Gebet für den Monat November 2017

Allmächtiger Gott, du hast deinen Sohn Jesus Christus gesandt,
um die Welt mit dir zu versöhnen.
Wir preisen dich für alle, die du in der Vollmacht des Heiligen Geistes sendest,
das Evangelium allen Völkern zu verkünden.
Wir danken dir, dass du durch ihre Gebete und ihren Dienst auf der ganzen Erde eine Gemeinschaft der Liebe zusammengerufen hast
und dass überall auf der Erde dein Name angerufen wird.
Erwecke durch deinen Geist in jeder Gemeinschaft
Hunger und Durst nach Einheit in dir.

Lasst uns zum Herrn beten: Gott, hör mein Gebet.

 

Gnädiger Gott, wir beten für unsere Kirchen.
Erfülle sie mit Wahrheit und Frieden.
Reinige unseren Glauben und führe uns auf den rechten Weg.
Erneuere uns, wenn wir unserem Auftrag
zur Verkündigung des Evangeliums untreu werden.
Sorge für uns, wenn wir bedürftig sind, und führe wieder zusammen, was getrennt ist.

Lasst uns zum Herrn beten: Gott, hör mein Gebet.

 

Gott Schöpfer, du hast uns nach deinem Bild geschaffen
und uns durch deinen Sohn Jesus Christus erlöst.
Sieh gnädig auf die ganze Menschheitsfamilie;
nimm weg Arroganz und Hass, die unsere Herzen vergiften;
reiß die Mauern nieder, die uns voneinander trennen; eine uns in der Liebe.
Wirke du in uns, wenn wir schwach sind, damit dein Werk auf Erden vollendet werde, damit alle Völker sich in Frieden um deinen himmlischen Thron versammeln
und dir dienen.

Lasst uns zum Herrn beten: Gott, hör mein Gebet.

 

Heiliger Geist, Lebensspender, wir sind geschaffen, um heil zu werden in dir
und dieses irdische Leben mit unseren Brüdern und Schwestern zu teilen.
Erwecke in uns dein Mitgefühl und deine Liebe.
Gib uns Kraft und Mut, uns für Gerechtigkeit in unserem Land einzusetzen,
Frieden in unseren Familien zu schaffen, Kranke und Sterbende zu trösten
und alles, was wir haben, mit den Bedürftigen zu teilen.
Verwandle die Herzen aller Menschen.

Lasst uns zum Herrn beten: Gott, hör mein Gebet.

Gebetswoche 2017
500 Jahre Reformation – Fürbitten Ökumenischer Gottesdienst ACK

 

Gebet für den Monat Oktober 2017

Herr, ich brauche deine Augen,
gib mir einen lebendigen Glauben.

Ich brauche dein Herz,
gib mir in allen Situationen Liebe zum Nächsten.

Ich brauche deinen Atem,
gib mir deine Hoffnung für mich selbst und deine Kirche,

auf dass sie Zeugnis ablege für die Welt,
auf dass man die Christen erkenne an ihrem strahlenden, heiteren Blick,
an der Wärme ihres Herzens und an diesem unüberwindlichen Glauben,
der sich aus den heimlichen, unversiegbaren Quellen ihrer fröhlichen Hoffnung nährt.

Léon – Joseph Kardinal Suenens