“Judas” in St. Josef am 5. April, 19 Uhr

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Judas: Sein Name steht für Verrat.

Doch wäre das Christentum zu einer Weltreligion geworden, wenn der Judaskuss ausgeblieben wäre? Welche Bedeutung hat der Verrat für jeden einzelnen von uns? Wir können nicht wissen, wer wir heute ohne seinen Verrat wären. Wir wissen aber, dass wir ohne ihn nicht die wären, die wir sind. Zu allen Zeiten ist über ihn gesprochen und geschrieben worden. Die Auseinandersetzung, auch die künstlerische Auseinandersetzung, scheint an kein Ende zu kommen.

„Ich denke“, sagte Lot Vekemans über ihr Stück, „es gibt bei uns eine einseitige Richtung des Blicks auf die Helden, auf das, was wir als größer und höher und besser erachten, als wir es selbst sind. Wir lieben es, zu verehren, so wie wir es lieben, verehrt zu werden. Aber in beiden Fällen gibt man seine Macht an jemand anderen ab. Judas wird von Menschen verhöhnt, damit sie ihre eigenen Seelen rein waschen. Es ist auffällig, dass in Portraits, die über die Jahrhunderte entstanden sind, Judas immer hässlicher und böser dargestellt wurde.“

In diesem Monolog von Lot Vekemans geschieht etwas Ungeheuerliches. Hier spricht Judas selbst – über seine Motive, sein Leiden, sein Leben, uns. Die niederländische Dramatikerin Lot Vekemans wurde 1965 in Oss geboren. Ihre Theaterstücke wurden bislang in über 20 Ländern aufgeführt. „Judas“ wurde 2007 in Haarlem uraufgeführt. 2012 folgte die Deutsche Erstaufführung an den Münchner Kammerspielen.

Diese Inszenierung wurde speziell zur Aufführung in Kirchenräumen entwickelt und gastiert ab März 2019 in verschiedenen Kirchen der Stadt. Das anschließende Gespräch mit dem Darsteller gibt Gelegenheit zum Austausch über das Gesehene und über Parallelen zur eigenen Erfahrung.

Freitag, 5. April 2019 um 19.30 Uhr in St. Josef, Feuerbach
Judas: Jörg Pauly
Regie: Axel Preuß
Dramaturgie: Susanne Schmitt
Karten (10,-; ermäßigt. 8,-) sind über das Pfarramt St. Josef erhältlich.

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