Verantwortlich für die Kirchenmusik an St. Josef ist Dekanatskirchenmusiker Detlef Dörner.
Weitere Informationen über seine musikalischen Aktivitäten finden Sie hier: www.aequinox.de

 

 

Aktuell

CZC – CoronaZoomChor 2 – die Zugabe

Ein Resümee

Die 2. Phase der Internetproben des „CZC – CoronaZoomChor“ ist beendet und vielleicht (oder besser: hoffentlich) wird es in dieser Form keine Fortsetzung mehr geben.
Die regelmäßigen Proben der letzten vier Monate waren für alle Sängerinnen und Sängern (einschließlich mir) etwas Einmaliges, etwas bisher gänzlich Unerhörtes, etwas noch nie Dagewesenes.
Alle bei diesem Projekt Beteiligten erlebten eine neue, eine noch nie erlebte Wirklichkeit. Die Sänger taten Dinge, von denen sie nicht wussten, dass so etwas überhaupt möglich ist.
(Wer kommt unter „normalen“ Bedingungen zum Beispiel auf die Idee, seinen Laptop eine Stunde lang anzusingen?)

Chor ist laut Wikipedia eine „Gemeinschaft von Singenden“. Gemeinschaft wiederum ist eine „Gruppe von Menschen oder anderen Lebewesen, die sich ihren Lebensraum teilen“ (Wikipedia).
Dieser für die Chorproben verwendete „Lebensraum“ ist für unseren Chor unter normalen Bedingungen der Gemeindesaal. Er ist ein Raum, in dem gemeinsam gesungen und gelacht wird und in dem man sich trifft und sich austauscht.
All dies war in dieser Pandemie nicht möglich.

In den Online – Chorproben wurde nicht gemeinsam gesungen – jeder sang in seinem Zimmer für sich alleine mit dem Chorleiter. Es konnte auch nicht gemeinsam gelacht werden, da die meiste Zeit die Mikrophone auf stumm gestellt waren. Getroffen haben sich alle Teilnehmer zur gleichen Zeit – aber jeder bei sich zu Hause. Und auch der Austausch untereinander war höchstens im Chatraum möglich – und das wurde natürlich vom Chorleiter nicht gerne gesehen.

Aber es boten sich auch neue, ungeahnte Möglichkeiten.
Jeder konnte nach Herzenslust singen – er wurde ja nur von seinen Mitbewohnern gehört. Er konnte auch zu laut und auch falsch singen; konnte Dinge und Techniken ausprobieren, die man sich in der Gruppe im Chor normalerweise nicht traut. Dieses Format gab jedem Sänger die Möglichkeit, befreit von der Leber weg zu singen – so zu singen, wie ihm der Schnabel gewachsen war.
Auch das war eine ganz neue Erfahrung.

Diese 2. Phase dauerte vom 20. April bis zum 18. Mai 2021.
In den ersten 4 Proben wurden 14 neue Lieder erarbeitet und einige der Lieder der ersten Phase wiederholt. in der letzten Probe wurden dann alle 14 Lieder wiederholt.
Der Probenbesuch entsprach dem der ersten Phase, es beteiligten sich regelmäßig zwischen 43 und 52 Personen.

Auch dieses Mal hatte jeder Abend ein Thema, einen Schwerpunkt:
I.   What a wonderful world
II.  Es grünt und blüht
III. Alles neu macht der Mai
IV. O wie schön ist deine Welt
V.  Lebe jetzt!

Da in diesem Format ein gemeinsames Singen nicht möglich war, konnte mehr Wert auf das Textverständnis und die Textverständlichkeit gelegt werden, rhythmische Finessen konnten aufgezeigt und auf Charakteristiken und Eigenarten melodischer Linien hingewiesen werden.

Der Chor hat sich in den vergangenen Monaten ein Repertoire – bestehend Frühlings-, insbesondere Maienlieder, Marien- und Geistliche Lieder und Segens- und Abendlieder – erarbeitet, mit denen er Gottesdienste gestalten und als Begleitprogramm bei Veranstaltungen jedweder Art seinen Beitrag leisten kann.

Rückblickend möchte ich mich ganz herzlich bei jeder einzelnen Sängerin und bei jedem Sänger ganz herzlich bedanken – für den regelmäßigen Probenbesuch, für die Treue, für das aufeinander Achtgeben und für das gemeinsame Miteinander. Diese Gemeinschaft, die sich durch das gemeinsame Tun gebildet hat, wird für mich in steter Erinnerung bleiben und Ermunterung und Antrieb für die kommenden Aufgaben, die uns in den nächsten Monaten noch bevorstehen, sein. Bleiben wir weiterhin in Kontakt und achten aufeinander.

Herzlichst
Ihr
Detlef Dörner

 

 

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Chorproben via Internet in Zeiten von Corona

Resümee eines eigentlich unmöglichen Formates

Wegen der restriktiven Coronaverordnungen wurde in St. Josef den Sängerinnen und Sängern des „Chores von St. Josef“ und des „Chores von St. Laurentius“ ab Anfang Februar 2021 bis Ostern ein neues Format angeboten: Singen via Internet.

Eigentlich eine Unmöglichkeit. Singen im Chor heißt gemeinsam singen – und vor allem gleichzeitig singen.
Und genau das kann das Internet nicht: Gleichzeitigkeit, Synchronität.

Es wurde also ein Format entwickelt und angeboten, das während der gesamten Dauer des Projektes weiterentwickelt wurde. „Work in progress“ im eigentlichen Sinne.

Das Ergebnis war verblüffend: Von den 78 angeschriebenen Sängerinnen und Sängern nahmen insgesamt 60 Personen das Angebot wahr. Das ist ein Anteil von 84 %. Jede Woche trafen sich zwischen 42 und 52 Personen.

Wegen den anhaltenden Beschränkungen wird dieses Format bis Pfingsten fortgeführt – “CoronaZoomChor 2 – die Zugabe”.

Bei allen Beteiligten möchte ich mich für ihr Engagement, ihre Teilnahme, ihre Aufmunterungen, ihre Fürsorge und ihrer Achtsamkeit dem Nächsten gegenüber von ganzem Herzen bedanken.

Ihr
Detlef Dörner

 

Nähere Informationen und weitere Details zum “CoronaZoomChor”:

Die Teilnehmer

– Eingeladen waren die 99 Sängerinnen und Sänger der Chöre von St. Josef (65 Mitglieder) und St. Laurentius (34 Mitglieder).
– Teilnehmen konnte nur, wer ein Internetabschluss besaß und die dazugehörige Hardware (Computer etc.)
– 78 Sängerinnen und Sänger wurden via Email wöchentlich eingeladen.
– Das Angebot angenommen haben an den 9 Abenden ca. 60 Personen.
– Der Schnitt lag bei 46 Teilnehmer pro Probe

Die Chorproben

– Es fanden in der Zeit vom 2. Februar und 30. März 2021  9 Chorproben statt.
– In diesen Chorproben wurden insgesamt 22 Stücke erarbeitet.
– Jede Chorprobe hatte ein Thema, ein Schwerpunkt:

I. Vom Zusammenfinden
II. Vom Aufbrechen
III. Vom Lustigsein
IV. Von der Schönheit der der Melodie
V. Von der Freundschaft
VI. Von der Kraft der Melodie
VII. Von der Energie des Rhythmus
VIII. Von der Macht der Harmonik
IX. Das Große Wunschkonzert – Sie wünschen, wir spielen

 

Die große CZC – Hitparade 2021

– Für die Große CzC – Hitparade, die am letzten Abend ausgetragen wurde, wurden alle Sängerinnen und Sänger zur Abstimmung aufgerufen.
– Es standen alle 22 Stücke zur Auswahl.
– Der Wahlmodus: Platz 22 erhält 1 Punkt, Platz 21 erhält 2 Punkte usw. Platz 1 erhält 22 Punkte
– Alle Lieder erhielten Punkte
– 13 verschiedene Lieder wurden auf Platz 1 gewählt
– Wahlberechtigte (Anzahl) Chormitglieder: 60
– Abgegebene Stimmen:                              31
– Wahlbeteiligung:                                        52%

 

Das Ergebnis

1    Abendsegen                              469
2    Over the Rainbow                      408
3    Auf Schwingen getragen            400
4    Dolce sentire (dt)                       363
5    Gute Nacht Freunde                  342
6    Holy                                            306
7    Gott loben in der Stille               274
8    Abendstille                                 264
9    Der Mond ist aufgegangen        258
10  Über den Wolken                       255
11  Ich lieb den Frühling                   224
12  Ein Freund, ein guter Freund     211
13  Ich lobe meinen Gott                  201
14  Mein kleiner grüner Kaktus        161
15  Veronika, der Lenz ist da           146
16  Wenn ich vergnügt bin               131
17  Probier’s mal mit Gemütlichkeit  117
18  Zwei kleine Wölfe                         76
19  Mango und Eisbein                      40
20  Trat ich heute vor die Türe          32
21  A ram sam sam                            28
22  Drei Chinesen                              10

 

 

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Kirchenmusik an den Ostertagen in St. Josef im Zeichen von Covid-19

Liebe Gemeinde,
auch in diesem Jahr habe ich für jeden der fünf Gottesdienste in Josef an Gründonnerstag, Karfreitag, der Osternacht, Ostersonntag und Ostermontag die dafür passende Musik vorbereitet.

Die Musik ist so gestaltet, dass sie jederzeit auf die aktuelle pandemische Entwicklung reagieren kann. Wir werden das, was möglich ist mit all unseren Mitteln und Kräften versuchen umzusetzen. Vielleicht wird das eine oder andere Vertraute in diesem Jahr fehlen, anderes, Neues, wird dafür entstehen können.

Mein Bemühen ist es immer, die Musik in ihrer vollen Pracht erklingen und ihrer ganzen Schönheit erblühen zu lassen. Oberste Priorität ist dabei der Schutz und die Unversehrtheit aller Ausführenden und aller Gottesdienstbesucher.

Freuen Sie sich auf die kommenden Tage, die besinnlich, vielleicht auch etwas melancholisch sein werden, aber auch freudig und jubilierend, wenngleich der Jubel in diesem Jahr etwas verhaltener ausfallen wird, auf jeden Fall zuversichtlich.

Frohe und gesegnete Ostern
wünscht Ihnen
Ihr
Detlef Dörner

 

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AUF- NULL (one year later)

Musik von den Rändern

An Karfreitag 2020 legte ich im Angesicht der pandemischen Entwicklung diese Komposition vor.
Jetzt ist ein Jahr vergangen.
Wo befinden wir uns jetzt?
Hat sich schon etwas geändert?
Verbessert?
Sind wir im Begriff, diese Krise zu überwinden?
Wohin wird unsere Reise gehen?

Alles-
steht still

Alles-
auf Neubeginn

Alles-
auf NULL

Und davor? – danach?

AUF-

Kommentar:

Die Welt macht eine Pause, sie darf ausatmen.
Wir Menschen müssen lernen, mit dieser neuen Situation zurechtzukommen.
Müssen uns an den neuen Zustand erst gewöhnen.
Müssen den Raum, der uns umgibt und der uns zur Verfügung gestellt wird, erst kennenlernen.
Müssen lernen, uns darin einrichten.

Musik will Räume öffnen, sie vielleicht erst ermöglichen.
Musik schafft Räume.
Für Gefühle.
Für Hoffnung und Zuversicht, und auch für Trauer und Freude.

Lauschen Sie und bleiben Sie besonnen.

Ihr Detlef Dörner

„AUF- Null“ – Musik von den Rändern ist der zweite Teil der Trilogie „Musik in Zeiten von Corona“.

https://www.youtube.com/watch?v=DS98ULkotXc

 

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“…ein gutes Neues Jahr 2021”

Liebe Freunde der Kirchenmusik,

im Namen aller Kirchenmusikschaffenden von St. Josef wünsche ich Ihnen ein gutes, gesegnetes, fried- und hoffnungsvolles Neues Jahr.

Noch immer stecken wir mitten in der Pandemie – und sie wird uns noch eine ganze Weile begleiten und unseren Alltag beherrschen. Das betrifft auch die Kirchenmusik. In den vergangenen Monaten konnten wir in verschiedenen Formaten austesten, wie in dieser speziellen Situation Kirchenmusik gestaltet werden kann. Diese veränderte sich natürlich mit jeder neuen Verordnung und passte sich den jeweiligen Gegebenheiten an.

Da St. Josef glücklicherweise über einen sehr stabilen Chor verfügt – er ist nach der aktuellen Statistik des Stadtdekanates mit über 60 aktiven Sängerinnen und Sängern der mit Abstand größte katholische Chor in Stuttgart -, konnte durch ihn ein großer Teil der Kirchenmusik, im Besonderen die Aufgaben des Gemeindegesangs, abgedeckt und kompensiert werden.

Nachdem im Mai durch die völlig neue, noch nie dagewesene Situation Instrumentalmusik die Musik in den Gottesdiensten bestimmte, wurde seit Pfingstsonntag, dem 1. Juni 2020 jeder Gottesdienst von einer Gruppe von Sängerinnen und Sängern gestaltet, das heißt: jeden Sonntag erklang Chormusik! Bestand die Chorgruppe zu Beginn aus 4 Sängern, war es ab Anfang September erlaubt, mit 8 Personen zu singen. Seit November bestand der Chor aus Sicherheitsgründen aus jeweils 6 Personen. Von den 68 Sängerinnen und Sängern des „Chores von St. Josef“ waren insgesamt 40 Personen bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Die Musikstücke für den jeweiligen Gottesdienst wurden in einer nur einstündigen Probe einstudiert.

Insgesamt erklangen 102 verschiedene Lieder und Rufe aus dem Gotteslob bei insgesamt 143 erklungenen Gotteslobliedern. Der Chor hat zusätzlich 31 Gesänge aus seinem Repertoire beigesteuert, um die Musik in den Gottesdiensten möglichst interessant und abwechslungsreich zu gestalten.

Mit dem zweiten Lockdown Mitte Dezember wurden Proben grundsätzlich untersagt, sodass in den Gottesdiensten in St. Josef bis auf weiteres nur Musik mit Personen aus einem Haushalt erklingen wird. Dadurch verschiebt sich der Schwerpunkt wieder mehr auf die Instrumentalmusik bzw. auf gregorianische Gesänge.

War die Zeit des ersten Lockdown meiner Beobachtung nach vor allem von Furcht und Unsicherheit geprägt, habe ich jetzt den Eindruck, dass diesem zweiten, aktuellen Lockdown vielleicht eine Zeit des Wandels innewohnt. Da wir in unserem Alltag immer mehr Souveränität im Umgang mit der Pandemie gewinnen, kann sich der Virus nach und nach ausschleichen und wir können mit der Zeit wieder die ganze Fülle der Kirchenmusik anbieten und erklingen lassen.

Bis dahin wird es aber noch ein weiter Weg sein. Nichtsdestotrotz werde ich versuchen, alle mir zur Verfügung stehende Register zu ziehen, um mit den mir im Augenblick bescheidenen zur Verfügung stehenden Mitteln ein Optimum an Abwechslung und Farbigkeit zu erreichen.

Bleiben Sie neugierig und wachsam.

Ich wünsche Ihnen nochmals von ganzem Herzen ein gutes Neues Jahr, bleiben Sie gesund und zuversichtlich
Ihr
Detlef Dörner

 

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Adventliche und weihnachtliche Kirchenmusik im Zeichen der Pandemie

Die aktuelle Pandemie prägt unseren Alltag in jedem Bereich unseres Lebens. Auch in der Kirchenmusik hat sie gravierende Spuren hinterlassen. Viele Arbeitsabläufe sind davon betroffen. Auch die alltäglichen Arbeitsabläufe haben sich geändert und die sonntägliche Musik in den Gottesdiensten erscheint in einem neuen Gewand.

Um ein objektives Bild von der aktuellen Kirchenmusik an St. Josef zu bekommen, kann ein Blick auf die Statistik helfen:

Seit Pfingstsonntag, dem 1. Juni 2020 wird jeder Gottesdienst von einer Gruppe von Sängerinnen und Sängern gestaltet. Bis zum Christkönigsfest, am 22. November, fanden insgesamt 30 Gottesdienste statt.

Bestand die Chorgruppe zu Beginn aus 4 Sängern, war es ab Anfang September 8 Personen erlaubt, zu singen. Seit November besteht der Chor aus Sicherheitsgründen aus jeweils 6 Personen. Von den 68 Sängerinnen und Sängern des „Chores von St. Josef“ waren insgesamt 38 Personen bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Die Musikstücke für den jeweiligen Gottesdienst wurden in einer nur einstündigen Probe einstudiert.

Insgesamt erklangen 95 verschiedene Lieder und Rufe aus dem Gotteslob bei insgesamt 134 erklungenen Gotteslobliedern. Der Chor hat zusätzlich 24 Gesänge aus seinem Repertoire beigesteuert, um die Musik in den Gottesdiensten möglichst interessant und abwechslungsreich zu gestalten.

An dieser Stelle möchte ich allen Sängerinnen und Sängern für ihren Mut, ihre Bereitschaft, für die manchmal notwendige Spontanität und ihr Engagement ganz herzlich danken.

Da noch nicht abzusehen ist, wann die Pandemie überwunden sein wird, werden wir diesen Modus in den kommenden Monaten beibehalten und flexibel auf die jeweiligen aktuellen Gegebenheiten reagieren. Vielleicht wird hier schon im Moment der Boden für das zukünftige Gesicht der Kirchenmusik bereitet.

Wir sind bemüht, auch die Gottesdienste im Advent und an Weihnachten gewissenhaft in dieser Weise musikalisch zu gestalten und alle Möglichkeiten, die uns coronabedingt zur Verfügung stehen, auszuschöpfen. Lassen Sie sich überraschen.

Musik will den Menschen berühren, Kirchenmusik ganz im Besonderen.

Wir sind froh und dankbar, in dieser im Moment für uns alle schwierigen Situation einen kleinen Beitrag sowohl auf religiöser als auch auf kultureller Ebene leisten zu können. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auch weiterhin diesen kleinen Dienst annehmen würden.

Herzlichst
Ihr
Detlef Dörner

 

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Kirchenmusik in Zeiten der Pandemie

Musik, und Kirchenmusik im Besonderen, lebt im Wesentlichen vom gemeinsamen Miteinander. Ein besonderes Merkmal kirchenmusikalischer Arbeit ist, nicht nur Musik für Zuhörer anzubieten. Musik entsteht auch zu großen Teilen durch das gemeinsame Erarbeiten mit den Menschen einer Gemeinde.

Diesem gemeinsamen Musizieren setzte die Pandemie und den daraus erfolgten Verordnungen ab Mitte März diesen Jahres ein jähes Ende. Das öffentliche Leben stand von einem Moment auf den anderen still und auch viele Elemente unserer religiösen Praktiken wurden weitestgehend ausgesetzt.

Die Kirchen aber durften geöffnet bleiben. So wurde dem Kirchenraum als solcher eine wichtige Rolle zuteil und rückte mehr in den Vordergrund – als ein Ort, der Raum gibt zum In-sich-gehen, zum Nachdenken und zur Reflexion.

Um diese spezielle Situation klanglich zu ergänzen und zu unterstützen, suchte ich nach geeigneter Musik. So entstand der dreiteilige Zyklus: “Musik in Zeiten von Corona”. Musik, die ich produzierte und die in Endlosschleife während der Öffnungszeiten in St. Josef erklang. Der erste Teil „Corona Music“ erklang bis Gründonnerstag, für Karfreitag komponierte ich den zweiten Teil „AUF- NULL“. Ab Ostersonntag erklang bis Pfingsten der dritte Teil „AUF- das Leben“. Wegen der großen Nachfrage ist diese Musik im Augenblick wieder in St. Josef zu hören.

Eine große Herausforderung kam auf uns Kirchenmusiker zu, als Gottesdienste wieder erlaubt wurden, aber das Singen weiterhin untersagt blieb. Gemeindegesang durch adäquate Formate ersetzen zu müssen, war eine Aufgabe, die auch für mich gänzlich neu war.

Erleichtert wurde die Situation dadurch, dass es erlaubt war, mit vier Sängerinnen bzw. Sänger eine Schola zu bilden und mit ihr von der Empore aus die Gottesdienste musikalisch zu gestalten. So entwickelte ich ein Konzept, das die Bedürfnisse der Liturgie erfüllt, den Fähigkeiten der vier Mitglieder des Chores entspricht und der Gemeinde positiv in Erinnerung bleiben sollte. – Hier gilt mein großer Dank all den Mutigen des Chores, die in ungewohnt kleiner Gruppierung, mit Schutzwänden zwischen den Mitsängern und in nur einer einstündigen Probe Woche für Woche ein neues Programm erarbeitet haben. So wurde jeder Gottesdienst musikalisch zu einem einmaligen, unwiederholbaren Ereignis, zu einem Unikat. –

Im Moment ist es uns erlaubt, mit acht Sängerinnen bzw. Sängern zu musizieren. So haben wir die Möglichkeit abwechslungsreicher zu agieren und das Repertoire zu erweitern. Geplant wird aber weiterhin von Woche zu Woche. Auch für die kommenden Monate wird es wichtig sein, flexibel auf plötzlich eintretende Situationen zu reagieren und aus den momentanen Möglichkeiten das Beste zu schöpfen.

Gerade Kirchenmusik blickt auf eine Jahrtausend alte Erfahrung zurück und wurde in ihrer langen Geschichte schon mit einigen Problemen konfrontiert und musste sie  überwinden. Es liegt an uns Kirchenmusikern, aus ihrem unermesslichen Schatz die passenden Werke zusammenzustellen. So bleibt die Kirchenmusik auch weiterhin lebendig, auch wenn wir im Moment von bestimmten Hörgewohnheiten Abschied nehmen müssen. Musik erklang schon immer so, wie ihre Umgebung es zulässt. Freuen wir uns auf das Kommende.

Herzlichst
Ihr
DD

 

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Der Anfang ist gemacht – und er hat geklappt!!!
Unsere neue “CoronaChorSchola” – CCS – hatte vergangenen Sonntag in St. Josef Premiere – und es hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht!!!!

Diese Chorschoila wird regelmäßig aus vier Sängerinnen bzw. Sängern des “Chores von St. Josef” gebildet – immer in wechselnder Besetzung.

Am kommenden Donnerstag (Fronleichnam) werden wir mit einem Männerchor den Gottesdienst um 11 Uhr bestreiten.
Wer diesem Genuss beiwohnen will, sollte sich schleunigst im Pfarrbüro oder über den Kontakt auf der Homepage anmelden.
Das Besondere wird sein: es ist nicht nur ein Männerchor – unsere vier (!) Tenöre(!!) werden sich von ihrer besten Seite zeigen.

Wir hoffen, auf diese Weise die Gottesdienste immer farbig und abwechslungsreich gestalten zu können und die Chorgemeinschaft zu erhalten und zu stärken.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Herzlichst
Ihr

Detlef Dörner

Zurück zu den Wurzeln

Gregorianische Gesänge in St. Josef

Die Festgottesdienste an Pfingstsonntag, den 31. Mai um 9.30 und 11 Uhr in St. Josef steht musikalisch im Zeichen des gregorianischen Chorals. Die „Choralschola von St. Josef“ wird die Gottesdienste mit Gesängen aus dem Graduale musikalisch gestalten. Erfreuen Sie sich an der Ursprünglichkeit und an dem Facettenreichtum dieser über tausend Jahre alten Gesängen.

 

 

AUF- das Leben II

Musik in Zeiten von Corona III/2
Adaption und Klavier: Detlef Dörner

“AUF- das Leben II” von Detlef Dörner erklingt täglich während der Öffnungszeiten in permanenter Wiederholung in der Kirche St. Josef.
Nähere informationen über den ganzen Zyklus erfahren Sie nachfolgend.
Nutzen Sie diese Möglichkeit und kommen Sie vorbei. Die Kirche steht uns allen offen. Beachten Sie aber bitte die aktuellen Verordnungen der Bundes- und der Landesregierung und halte Sie Abstand.

#07 – vergehen – passare
#08 – verweilen – trattenersi
#09 – schweifen – vagare
#10 – leuchten – illuninare
#11 – geborgen – sicuro
#12 – gelassen – sereno

 

Musik in Zeiten von Corona

Das kulturelle Leben steht im Moment still und auch viele Elemente unserer religiösen Praktiken sind weitestgehend ausgesetzt.
Die Zeit in unserer aktuellen Situation ist unvermittelt zu einer Zeit des Reflektierens und des Nachdenkens geworden.

Ein Ort, der dafür schon immer prädestiniert war und gerade jetzt an Bedeutung gewinnt und in den Vordergrund rückt, ist der Kirchenraum. Wir sind sehr froh, dass Bischof Fürst zwar alle Gottesdienste ausgesetzt, aber die Kirchenräume offen gelassen hat. Sie geben Raum zum Rückzug, zum Nachdenken und zur Reflexion.

Welche Aufgabe kommt in diesem Moment der Kirchenmusik zu?
Mit welchen Mitteln kann Musik diesen Raum füllen? Ihn weiter öffnen?

Aufgrund dieser Situation entstand in den letzten Wochen der dreiteilige Zyklus: “Musik in Zeiten von Corona”   –   I. Corona Music; II. AUF- NULL; III. AUF- das Leben.

I. Corona Music

Für den ersten Teil “Corona Music” habe ich einige Kompositionen ausgesucht, die mir für diese Anforderungen geeignet erscheinen und sie aufgenommen. Sie erklangen bis Gründonnerstag in einer Endlosschleife in der Kirche St. Josef. Sie versuchten einen Raum zu gestalten, der es jedem ermöglicht, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen, oder sie zu zentrieren und zu bündeln.

II. AUF- NULL

Der zweite Teil “AUF- NULL” ist eine Musik von den Rändern. Sowohl von Rändern unserer Wahrnehmung als auch – passend zu unserer augenblicklichen situation – unserer Vorstellungskraft

Sie wurde eigens für den Karfreitag konzipiert wurde und erklng während der stillen Zeit in der Kirche.
Sie können ihn hier nachhören. Klicken Sie auf den untenstehenden Button.

AUF- NULL

Musik von den Rändern
Musik in Zeiten von Corona II
von
Detlef Dörner (2020)

 

Alles-
steht still

Alles-
auf Neubeginn

Alles-
auf NULL

Und davor? – danach?

AUF-

 

Kommentar:

Die Welt macht eine Pause, sie darf ausatmen.
Wir Menschen müssen lernen, mit dieser neuen Situation zurechtzukommen.
Müssen uns an den neuen Zustand erst gewöhnen.
Müssen den Raum, der uns umgibt und der uns zur Verfügung gestellt wird, erst kennenlernen.
Müssen lernen, uns darin einrichten.

Musik will Räume öffnen, sie vielleicht erst ermöglichen.
Musik schafft Räume.
Für Gefühle.
Für Hoffnung und Zuversicht, und auch für Trauer und Freude.

 

 

III. AUF- das Leben

Der dritte und aktzuelle Teil “Auf- das Leben” kombiniert die ersten beiden Teilen und erklingt im Augenblick täglich während der Öffnungszeiten in St. Josef.

AUF- das Leben I

Musik in Zeiten von Corona III/1
Adaption und Klavier: Detlef Dörner

Eine alte Weisheit besagt, dass Musik „überhaupt keine Gefühle hervorrufe, sondern lediglich die beim Hörer schon vorhandenen verstärke“.
Mit der Auswahl und den Arrangements dieser sechs Stücke möchte ich Raum geben. Raum geben für Gefühle wie Hoffnung und Zuversicht, und auch für Trauer und Freude.

Lauschen Sie und bleiben Sie besonnen.

Ihr Detlef Dörner

#01 – gehalten / tenuto
#02 – Glück / Fortuna
#03 – Tränen / Lacrime
#04 – verloren / perduto
#05 – Licht / Luce
#06 – Frieden / Pace

 

IV. AUF- das Leben

AUF- das Leben II

Musik in Zeiten von Corona III/2
Adaption und Klavier: Detlef Dörner

#07 – vergehen – passare
#08 – verweilen – trattenersi
#09 – schweifen – vagare
#10 – leuchten – illuninare
#11 – geborgen – sicuro
#12 – gelassen – sereno

 

 

 

 

Rückblick

 

„Ich ließ meine Seele ruhig werden und still“

Neue Kirchenmusik in St. Josef

Am Sonntag, den 1. März 2020 steht der Gottesdienst um 11 Uhr in St. Josef, Stuttgart Feuerbach, Oswald-Hesse-Straße 74 wieder ganz im Zeichen unerhörter Musik. Unter dem Titel „Ich ließ meine Seele ruhig werden und still“ wird Detlef Dörner den Gottesdienst mit der japanischen Bambusflöte, der Shakuhachi“ musikalisch bereichern.

Wer neugierig ist und mehr über die Herkunft und die Geschichte des Instrumentes erfahren will, ist herzlich schon um 10 Uhr in das Gemeindehaus von St. Josef eingeladen. Detlef Dörner wird unter dem Titel „The Sound of Bamboo“ in die Geheimnisse des japanischen Flötenklangs einführen. Das Café Caeli sorgt für das leibliche Wohl.

Kommentar:
Die Fastenzeit fordert uns unter anderem auch auf, unser eigenes Tun und Handeln zu überdenken. Es beginnt ein Weg ins Innere, ins Verborgene, ins Ursprüngliche. Eines der ursprünglichsten Musikinstrumente ist die japanische Bambusflöte, die „Shakuhachi“. Dieses Instrument besteht aus einem natürlich gewachsenen Bambus, dessen Herstellung seit Jahrhundertern unverändert ist. Seine bauliche Einfachheit lässt Raum für eine sehr ursprüngliche, unglaublich farbige und abwechslungsreiche Klanglichkeit – zu Klang gewordene Natur. Das Instrument kann – gleich der Praxis des Fastens – einen Weg zum Eigentlichen aufzeigen.

 

 

Das neue Programm 2020

Weihnachten in St. Josef

Heilig Abend, Dienstag, den 24. Dezember 2019 – 16 Uhr

„Ein Wunder ist geschehen”

Die „Singenden Mäuse von St. Josef“ und ihr neues Krippenspiel

Die Zauberzahl der „Singenden Mäuse“ heißt 32. Aus 32 Kindern bestehen inzwischen die beiden Gruppen der „Singenden Mäuse von St. Josef“. Und jede Maus hat natürlich das Recht beim Krippenspiel eine eigene Rolle zu bekommen. So werden bei der diesjährigen Krippenfeier an Heilig Abend, Dienstag, den 24. Dezember um 16 Uhr in St. Josef außer Maria, Josef, die Hirten und die Engel auch die Wirte und eine ganze Bürgerschaft die Geschichte von der Geburt Jesu nacherzählen. Und auch die Claudia, die die Geschichte am allerbesten kennt, darf nicht fehlen.

 

 Heilig Abend, Dienstag, den 24. Dezember 2019 – 22 Uhr

Es ist ein Ros‘ entsprungen

Der „Musikverein Stadtorchester Feuerbach“ zu Gast in St. Josef

Die Christmette an Heilig Abend, 24. Dezember um 22 Uhr wird vom „Musikverein Stadtorchester Feuerbach“ gestaltet werden. Neben dem gemeinsamen Musizieren mit der Gemeinde wird das Orchester auch mit weihnachtlicher Bläsermusik erfreuen.

 

 

1. Weihnachtsfeiertag, Mittwoch, den 25. Dezember 2019 – 11 Uhr

F. X. Brixi: „Missa Pastoralis“

Wie Weihnachten in der Frühklassik geklungen hat

Am 1. Weihnachtsfeiertag, Dienstag, den 25. Dezember wird im Festgottesdienst um 11.00 Uhr in St. Josef der „Chor von St. Josef“ die „Missa Pastoralis“ von Franz Xaver Brixi aufführen. Der 1732 in Prag geborene Brixi ist einer der wichtigsten Vertreter der Frühklassik. Sein reichhaltiges kirchenmusikalisches Oeuvre beinhaltet mehrere Oratorien, Kantaten und über 100 Messvertonungen. Seine „Missa Pastoralis“ zeichnet sich durch die lieblichen Melodien, die die Hirten in der Winterzeit in den Städten gespielt haben, aus und geben der Winterzeit ihren weihnachtlichen Glanz. Außerdem wird der Chor gemeinsam mit dem Orchester die Gemeinde mit seiner Motette „Pastores loquebantur“ erfreuen.

Die Ausführenden sind Susanne Leitz-Lorey, Sopran; Isolde Assenheimer, Alt; Martin Nagy, Tenor; Hans Porten, Bass; der Chor und das Orchester von St. Josef.

 

Ruhige Adventstage und gesegnete Weihnachten

wünscht Ihnen

Ihr

Detlef Dörner

 

 

 

Geschafft!

 

Reisenotizen

Von der Kunst, das Leben zu bestehen
Eine Reihe der „Kirchenmusik St. Josef“

 

Sie ist vorbei – die Reise. Was bleibt ist die Erinnerung.

Die “Reisenotizen – Von der Kunst, das Leben zu bestehen“ war eine Reise, veranstaltet von  der „Kirchenmusik St. Josef“, in verschiedene Genres. Sie streifte den Film, die Literatur, die Musik und die Liturgie. Es war aber auch eine Reise ins Innere, ins Eigentliche, ins Wesentliche.

„Libera me“ – mit diesen Worten aus der „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi ging der letzte Teil der Reise Ende März zu Ende. „Libera me“ – die wörtliche Übersetzung mit „Befreie mich“ entspricht nicht mehr unserem augenblicklichen Sprachgefühl. „Versöhne mich“ – mit dieser Übertragung lässt sich die Aussage, mit der Verdi sein Requiem beendet, in unseren Alltag einbinden. Die Musik Verdis, in die diese beiden Worte eingebettet sind, bekommt dadurch einen sehr konkreten Inhalt, eine präzise Aussage. Die Pauke erklingt in einem Tremolo sehr leise und scheinbar unerschütterlich, der Chor singt fast flüsternd sehr leise wie aus einem Munde das „Libera me“ und das Orchester bestätigt diese Aussage mit einem sanften, leisen und doch vollen und tiefen Klang, mit einer zuversichtlichen Durterz in der Oberstimme. Die Pauke – nicht endend wollend – bebt weiter, der Chor wiederholt diese Worte, jetzt noch verhaltender, fast beschwörend und das Orchester bestätigt diese Aussage gelassen und souverän mit dem gleichen, zuversichtlichen Akkord. Es ist geschafft.

Begonnen hat die Reise im vergangenen Oktober mit einem denkwürdigen Abend mit dem „ensemble meandro“. Tango vom Feinsten wurde geboten. Es ging um Liebe, um Leidenschaft, um ureigene menschliche Gefühle und Empfindungen. Die zweite Station führte ins ferne Japan zu einer Firma, die sich auf die Aufbahrung Verstorbener spezialisiert hat. Mit viel Humor und großer Leichtigkeit inszenierte Yojiro Takita den Film „Nokan – Die Kunst des Ausklangs“, in der der Hauptdarsteller, der Cellist Daigo Kobayashi, in der Musik immer wieder Halt und Zuversicht findet und in der er Mithilfe geheimnisvoller „Briefsteine“ sich am Ende doch noch mit seinem Vater versöhnen kann. Versöhnung war auch ein zentrales Motiv in dem von Dominik Eisele vorgetragenen Roman „Oskar und die Dame in Rosa“ von Eric-Emmanuel Schmitt, in dem es dem todkranken Oskar doch noch gelungen ist, sich mit seinen Eltern zu versöhnen, da er verstanden hat, dass die Situation, in der er sich befindet auch für seine Eltern, die ja im Moment im Begriff sind, ihr Kind verlieren, unerträglich ist. Wie geht man als Eltern mit dieser Situation um? Wie verhält man sich gegenüber seinem sich im Sterben befindenden Kind? Der Autor Eric-Emmanuel Schmitt erzählt mit viel Humor diese Geschichte und es ist Oskar selbst, der die scheinbar ausweglose Situation zwischen ihm und seinen Eltern auf einfache Weise löst. In einem sich direkt im Anschluss an die Lesung angebotenen Gespräch lösten Sabine Gänsbauer vom Kinderhospiz Stuttgart und Pfarrer Matthias Hambücher die Fragen, Spannungen und Unsicherheiten, die sich beim Hörer aufgebaut hatten.

Dazwischen gedachte der „Chor von St. Josef“ in einem Gedenkgottesdienst zum Fest Allerseelen den Verstorbenen der Gemeinde.

„Aufbruch“ hieß es dann zu Beginn der Fastenzeit. Unter dem Titel „Vom Klang der Natur – von der Natur der Klänge“ führten zarte Klänge der Gitarre und empfindsame melodische Linien der Flöte in den letzten Teil der Reisenotizen ein. Nach einem Lauschen in die Natur und einem Aufzeichnen, wie der Mensch sich diese Klangvielfalt zu eigen gemacht hat, führte der anschließende Gottesdienst „…ins Weite“.

Der Aufführung der „Messa da Requiem“ von Giuseppe Verdi durch die beiden Chöre von St. Josef und St. Laurentius wurde ein reflektierender Abend vorangestellt. „Vom Unsagbaren in der Musik“ war er überschrieben und versuchte in Worte zu fassen, was für Räume Verdi in seinem Requiem zwischen den Noten und Klängen zu eröffnen fähig ist. Gerade in diesen leisen, verklingenden Passagen, die zum Lauschen anregen, zeigt er seine große Fähigkeit, Menschen mit seiner Musik zu berühren. Trotz aller Wucht, die diesem Werk inne ist, sind es die leisen Töne, die Pausen, die verklingenden Klänge, die das Herz jeden Hörers berühren. Dieses Werk zeigt eindrücklich sowohl allen Ausführenden, die sich über ein halbes Jahr intensiv mit diesem Werk beschäftigt haben, und sich damit auch auf eine eigene Reise begeben haben, als auch allen Hörern, die das Ergebnis dieser Reise erleben durften, dass jeder Moment kostbar ist, dass jeder Moment unwiederholbar und damit einzigartig ist, und dass jeder Augenblick ein einmaliges Ereignis ist.

Nun ist sie vorbei – die Reise. Sie existiert nur noch in Erinnerungen, die mit der Zeit verblassen werden. Übrig bleiben eine Fülle von Erlebnissen und Begebenheiten, von neuen Bekanntschaften, von Vorhersehbarem und Unerwartetem und von der Gewissheit, etwas in dieser Form Einmaliges erlebt zu haben.

Ich möchte mich bei allen, die diese Reise mitorganisiert, sie mitgestaltet und sie begleitet haben, sei es abschnittsweise oder in ihrer ganzen Länge, recht herzlich bedanken. Ich möchte mich bedanken für die Offenheit, die mir widerfahren ist, die Wachheit, die mir bei den einzelnen Stationen entgegen gebracht wurde und für das unvoreingenommene Entgegen- und Zuvorkommen. Es war für mich eine sehr angenehme und erfüllte Zeit.

Vielen herzlichen Dank.
Ihr
Detlef Dörner

 

 

Reisenotizen

Von der Kunst, das Leben zu bestehen
Eine Reihe der „Kirchenmusik St. Josef“

Das Leben kann als permanentes Aneinanderreihen von Ereignissen und Erlebnissen betrachtet werden – gleich einer Reise. Manche Momente empfinden wir positiv, andere wiederum negativ. Dabei kann sich das scheinbar Positive im Nachhinein als negativ erweisen und das scheinbar Negative kann im Rückblick äußerst positive Folgen haben.

In sieben Stationen möchte Sie die „Kirchenmusik St. Josef“ in den nächsten Monaten auf eine Reise mitnehmen, auf eine Reise ins Vergangene, ins Innere, ins Nachdenkliche, ins Friedliche.

 

I. Vergänglichkeit

Fr. 12. 10. 2018 – 19.30 Uhr | Konzert
Vals de la Rosa | Tango vom Feinsten
ensemble meandro

II. Abschied

Fr. 02. 11. 2018 – 19.30 Uhr | Film
Nokan – Die Kunst des Ausklangs
Ein Film von Yojiro Takita

III. Gedenken

So. 04. 11. 2018 – 11 Uhr | Gottesdienst für unsere Verstorbenen
Ruhn in Frieden alle Seelen
Chor von St. Josef

IV. Unabwendbarkeit

Fr. 25 01. 2019 – 19.30 Uhr | Lesung – Diskussion – Gespräch
Oskar und die Dame in Rosa
Eine Erzählung von Eric – Emmanuel Schmitt
Studenten des Instituts für Sprechkunst und Kommunikationspädagogik

V. Aufbruch

So. 10. 03. 2019 – 11 Uhr | Gottesdienst zu Beginn der Fastenzeit
…ins Weite…
Sonja Dörner, Flöten | Ender Vielma, Gitarre

VI. Reflexion

Mi. 20. 03. 2019 – 19.30 Uhr | Vortrag
Vom Unsagbaren in der Musik
Referent: Detlef Dörner

VII. Seelenruhe

Sa. 30. 03. 2019 – 19.30 Uhr | Konzert
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem
Chöre von St. Josef und St. Laurentius

 

Stuttgarter Zeitung vom 12.10.18

 

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Was bisher geschah …

VII. Seelenruhe

Samstag, 30. März 2019 – 19.30 Uhr – St. Josef

Giuseppe Verdi
Messa da Requiem

Angelika Lenter, Sopran | Yumi Koyama, Alt | Koral Güvener, Tenor | Teru Yoshihara, Bass
Chöre von St. Josef und St. Laurentius
Mitglieder des Staatsorchesters Stuttgart
Leitung: Detlef Dörner

Jeder Mensch sehnt sich nach Frieden, nach Friedfertigkeit. Ist die Krise überwunden, kehrt Ruhe und friedvolle Stille ein. Die Seele beruhigt sich.

 

VI. Reflexion

Mittwoch, 20. März 2019 – 19.30 Uhr – St. Josef
Vom Unsagbaren in der Musik
Giuseppe Verdi und seine “Messa da Requiem”

Referent: Detlef Dörner

Warum schrieb Giuseppe Verdi diese Komposition? Was bewog ihn, dieses Werk zu komponieren? Was ist in diesem Werk sein Anliegen? Vielleicht findet Verdi, der in seinen Opern nach Ausdrucksmöglichkeiten menschlicher Abgründe und seelischer Befindlichkeiten sucht, einen eigenen, sich öffnenden Blick auf diese existentielle Situation.

Eine Einführungsveranstaltung zur Aufführung der “Messa da Requuiem” von Giuseppe Verdi am 30. März um 19.30 Uhr in St. Josef

 

V. Aufbruch

Sonntag, 10. März 2019 – 11.00 Uhr – St. Josef
…ins Weite…
Gottesdienst zu Beginn der Fastenzeit

Sonja Dörner, Flöte | Ender Vielma, Gitarre

Der Fastenzeit ist auch der Moment des Aufbruchs inne. Aufbrechen kann aber nur gelingen, wenn verschiedene Wege und Möglichkeiten einer reflektorischen Betrachtung unterzogen werden. Ist dann eine Entscheidung noch notwendig, oder führen die finalen Überlegungen und Schlussfolgerungen nicht von selbst eine Entscheidung herbei?

Vor dem Gottesdienst findet um 10 Uhr im Gemeindesaal eine Einführung zu den im Gottesdienst aufgeführten Kompositionen statt. Unter dem Titel „Von der Natur der Klänge – vom Klang der Natur“ werden die Flötistin Sonja Dörner und der Gitarrist Ender Vielma Einblicke in ihre Arbeit und in den Umgang mit Neuer Musik geben. Ein Blick auf das ganze Projekt der „Reisenotizen“ ergänzt den Vormittag. Das Café caeli sorgt für das leibliche Wohl.

IV. Unabwendbarkeit

Freitag 25. Januar 2019 – 19.30 Uhr – St. Josef
Oskar und die Dame in Rosa
Lesung – Gespräch – Diskussion

Eine Erzählung von Eric – Emmanuel Schmitt
Dominik Eisele, Sprecher | Sabrina Gänsbauer, Diplom-Pädagogin | Matthias Hambücher, Pfarrer

Es gibt Situationen, die scheinen unausweichlich, ausweglos. Wie kann ich sie bewältigen? Wie kann ich sie verarbeiten und überwinden?  Wo finde ich Hilfe?

 

III. Gedenken

So. 04. 11. 2018 – 11 Uhr | Gottesdienst für unsere Verstorbenen
Ruhn in Frieden alle Seelen
Chor von St. Josef

 

Das Gedenken ist eine der größten Hilfen, negative Erlebnisse zu verarbeiten und zu überwinden. Jede Kultur hat ihre eigene Art, seiner Vorfahren zu Gedenken. Der Dichter Johann Georg Jacobi (1740-1814) fasste es in Worte und Franz Schubert beschrieb es klanglich forlendermaßen:

Ruhn in Frieden alle Seelen,
Die vollbracht ein banges Quälen,
Die vollendet süßen Traum,
Lebenssatt, gebohren kaum,
Aus der Welt hinüber schieden;
Alle Seelen ruhn in Frieden!

Alle Geister die, voll Klarheit,
Wurden Märtyrer der Wahrheit,
Kämpften für das Heiligthum,
Suchten nicht der Marter Ruhm;
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden

Und die nie der Sonne lachten,
Unterm Mond auf Dornen wachten,
Gott, im reinen Himmels-Licht,
Einst zu sehn von Angesicht
Alle, die von hinnen schieden,
Alle Seelen ruhn in Frieden!

 

II. Abschied

Fr. 02. 11. 2018 – 19.30 Uhr | Film
Nokan – Die Kunst des Ausklangs
Ein Film von Yojiro Takita

 

Abschiednehmen gehört zu den schwierigsten Situationen, denen der Mensch konfrontiert ist. Jeder Abschied ist ein kleines Sterben, zu jedem Abschied gehört Überwindung.

„Mit Hilfe einer ins Slapstickhafte spielenden Komik bricht der Film zunächst Berührungsängste vor dem Thema Tod auf und rundet sich dann zur ruhig erzählten, berührenden Reflexion über das Sterben als Teil des Lebens, die Suche nach innerem Frieden und der Aussöhnung mit dem persönlichen Schicksal.“ So beschreibt das Lexikon des internationalen Films diesen Film.

Nokan ist ein tiefbewegender, humorvoll und hinreisend gespielter Film. Das von Yoshiro Takita meisterhaft in Szene gesetztes musikdurchwehtes Melodram über die Macht der Liebe, die Kraft der Familie und die Kunst des Abschiednehmens lässt kein Auge trocken!

 

I. Vergänglichkeit

Fr. 12. 10. 2018 – 19.30 Uhr | Konzert
Vals de la Rosa | Tango vom Feinsten
ensemble meandro

 

Jeder Augenblick gehört im nächsten Moment schon der Vergangenheit an. Das Vergängliche ist eine der Grundlagen des Lebens, da ohne sie das Neue nicht werden kann. Hermann Hesse beschreibt es so: „Wer Neugeburt will, muss zum Sterben bereit sein.“

„Der Tango ist ein trauriger Gedanke, den man tanzen kann.“, so charakterisierte der argentinische Tangokomponist Enriqure Santos Discépolo den Tango. Im Mittelpunkt des Tanzes stehen zwei Menschen, die miteinander in Beziehung stehen. Im Tango finden sich alle Ausdrücke menschlicher Leidenschaft. Es ist ein Symbol für die Empfindsamkeit des Menschen.

Eintritt frei!

ensemble meandro
Klaus F. Mueller, Bandoneon | Michael Speth, Violine |  Harald Lierhammer, Piano |  Michael Sistek, Kontrabass

Die vier Musiker widmen sich seit 2003 dem argentinischen Tango und werden immer wieder zu Produktionen eingeladen, die neue Bezüge zwischen den musikalischen Welten schaffen. So wird nicht nur eine Brücke zur barocken, sondern auch zur geistlichen Musik geschlagen. Auch in einem Dokumentarfilm ist das Ensemble zu hören. Die CD anacrónico mit neuen Arrangements von klassischen Tangos, sowie aktuellen Stücken junger argentinischer Ensembles wurde 2009 live aufgenommen.

http://meandro.de/

 

 

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Aktuelles Chorprojekt

… ist in Planung.
Nähere Informationen erscheinen in Kürze.

 

 

 

Kirchenmusik an St. Josef

 

„Kirchenmusik ist ein unermesslicher Schatz,
der nur zum Leuchten gebracht werden kann, wenn er gepflegt wird.“

 

Die kirchenmusikalischen Aktivitäten an St. Josef umfassen das gesamte Repertoire der abendländischen Kirchenmusik von der Gregorianik bis zur Musik des 21. Jahrhunderts und alle Facetten kirchenmusikalischer Ausprägungen.

Basierend auf dem regelmäßigen Gestalten der Gottesdienste durch begleitendes Orgelspiel gibt es weitere Ensembles und Einrichtungen, die die Vielfalt der Kirchenmusik lebendig gestalten.

Ein zentrales Element ist der Chor von St. Josef in dem alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, die gerne singen, herzlich willkommen sind.

Die Singenden Mäuse von St. Josef bietet Kindern im Alter von 5 – 13 Jahren die Gelegenheit, außerhalb ihres schulischen Alltags die Schönheit der Musik zu erfahren und vielleicht auch neue Freunde zu finden.

Der Freundeskreis der Kirchenmusik an St. Josef unterstützt auf finanzielle und ideele Weise die kirchenmusikalischen Aktivitäten an St. Josef.

Verantwortlich für die Kirchenmusik an St. Josef ist Detlef Dörner, der in seiner Funktion als Dekanatskirchenmusiker auch die Kirchenmusikkollegen in Stuttgart mit betreut.

Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei:

Detlef Dörner – Fon: 0711/85 66 555
Näheres über Detlef Dörner finden Sie unter www.aequinox.de.

 

Ensembles und Gruppierungen

 

Chor von St. Josef

 

Das Repertoire des Chores reicht von Gospels bis zu oratorischen Werken, von einfachen Gesängen bis zu Orchestermessen. Die Aufgabe des Chores ist die Gestaltung der sonntäglichen Gottesdienste in St. Josef und St. Monika. Darüber hinaus präsentiert sich der Chor sowohl bei kulturellen Veranstaltungen im Stadtteil als auch mit eigenen Konzerten. Auch die Geselligkeit, Wanderungen und Ausflüge sind eine beliebte Abwechslung unserer Arbeit.

Probe: dienstags von 20.00 – 21.30 Uhr im Gemeindehaus St. Josef

 

 

 

Die Singenden Mäuse von St. Josef

Hauptaufgabe der “Singenden Mäuse” ist die musikalische Mitgestaltung des sonntäglichen Gottesdienstes, aber auch Aufführungen von Kindermusicals und Auftritte bei Festen und Veranstaltungen außerhalb der Kirche finden großen Anklang. So sind die “Mäuse” ein gern gesehener Gast in der HaKuFa in Feuerbach, bei “starcare”, einer Hilfsorganisation von Mitarbeitern der DaimlerChrysler AG oder im Generationenhaus West.

Das Repertoire des Chores ist bunt und vielfältig. Es reicht von Kirchenliedern bis zum Rap, von italienischen Kinderliedern bis zu Humperdincks “Hänsel und Gretel”.

Ein Höhepunkt im Leben der “Mäuse” ist in jedem Jahr die szenisch – musikalische Aufführung des Krippenspiels an Heilig Abend.

Neben dem Einstudieren von Liedern und Gesängen, in denen die musikalischen Fähigkeiten der Kinder geweckt und gefördert werden, ist das gemeinsame Spielen zur Förderung der Kameradschaft genauso wichtig. Dabei dürfen Ausflüge natürlich nicht fehlen.

Die “Mäuse” sind zwischen 5 und 13 Jahre alt. Geprobt wird in zwei Gruppen – den “Minis” und den “Maxis”.

Probe: mittwochs von 16 – 17 Uhr treffen sich die Kinder bis einschließlich der 3. Klasse. Von 17 – 18 Uhr proben alle Jugendlichen ab der 4. Klasse.

Ort: Gemeindehaus St. Josef, Oswald – Hesse – Straße 74

Leiter und Ansprechpartner: Dekanatskirchenmusiker Detlef Dörner

 

 

Tempi passati
– Archiv –

 

 

 

 

 

 

 

 

Spenden für die Kirchenmusik

Falls Sie unsere kirchenmusikalischen Aktivitäten unterstützen wollen, können Sie das gerne mit einer Spende tun.
Eine Spendenbescheinigung wird Ihnen auf Wunsch ausgestellt.
Wir danken herzlich für alle Zuwendungen!

Spenden an:
Katholische Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Nordwest
IBAN: Baden-Württembergische Bank, IBAN: DE 49 600 501 01 000 40 87 627
Kennwort: “Kirchenmusik St. Josef”

 

Freundeskreis der Kirchenmusik an St. Josef

Der Kirchengemeinde St. Josef in Feuerbach liegt die Pflege der Kirchenmusik sehr am Herzen. Sie bereichert die Gottesdienste und bietet jedem Interessierten die Möglichkeit zur aktiven Teilnahme in den verschiedenen Ensembles. Sie leistet außerdem einen wichtigen kulturellen Beitrag im Leben des Stadtteils. Damit dies so bleibt und musikalische Aktivitäten verstärkt angeboten werden können, wenden wir uns an Sie:

  • Werden Sie Mitglied im „Freundeskreis der Kirchenmusik an St. Josef, Feuerbach“
  • Unterstützen Sie die kirchenmusikalischen Aktivitäten an St. Josef!
  • Fördern Sie aktiv die Kultur in Ihrem Stadtteil!

Mitglieder erhalten folgende Vorteile:

  • schnelle und exklusive Informationen
  • regelmäßige Newsletter per E-Mail über alle Aktivitäten und Auftritte der Ensembles an St. Josef:
    Chor von St. Josef – Die Singenden Mäuse von St. Josef – Choralschola von St. Josef
  • bevorzugte Kartenreservierung bei Konzerten
  • Künstler exklusiv erleben (Probe, Künstlertreff)
  • Sonderveranstaltungen (Einführungen zu Konzerten etc.)
  • Der Mitgliedsbeitrag ist als Spende steuerlich absetzbar.

Weitere Informationen erhalten Sie direkt bei Dekanatskirchenmusiker Detlef Dörner entweder telefonisch unter: 0711 / 85 66 555.

 

 

Kunst fördert Kirchenmusik

 

Der Maler Willi Hess hat dem Freundeskreis der Kirchenmusik an St. Josef Bilder zur Verfügung gestellt. Der Erlös des Verkaufes kommt der Kirchenmusik an  St. Josef zugute. Auf Wunsch stellen wir Ihnen gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Näheres über Willi Hess finde Sie auf seiner  Homepage.