Haus aus lebendigen Steinen – Konzert mit dem Philharmonia Chor

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Konzert zum Zuhören und Mitsingen am Kirchweihfest  

Die Welle des Kirchendaches von Salvator trägt die Botschaft Jesu in den Stadtteil, in die Welt, die Welle der Begeisterung trägt die Glaubenden und Suchenden und gleichzeitig wird dieses Wellendach selbst getragen von einer Mauer aus Steinen, Backsteine, bewusst sichtbar, in unterschiedlichen Formen und Gruppierungen, ein deutliches Zeichen für die Menschen, die hier zusammenkommen und diese Botschaft und Begeisterung tragen und gleichzeitig auch Schutz und Geborgenheit unter diesem Wellendach suchen.

Diese Kirche entwirft in ihrer Architektur damit ein Bild von Kirche, das weit mehr ist als ein Gebäude, weit mehr auch als eine Institution oder die Ritualisierung einer Gottesbegegnung: Kirche ist ein Haus aus lebendigen Steinen.

Haus aus lebendigen Steinen war das Leitmotiv zum Kirchweihkonzert anlässlich des 61. Weihetages der Salvatorkirche, ein Leitmotiv, zu dem Johannes Knecht ein abwechslungsreiches und aussagekräftiges Programm zusammengestellt hat.

Das Haus gründet auf Petrus, dem Felsen: Tu es Petrus von Robert Pearsall war eines der Werke, die der Philharmonia Chor Stuttgart unter der Leitung von Johannes Knecht mit großer Brillanz und fein austariertem Chorklang darbot, ebenso beeindruckend wie die Missa choralis von Franz Liszt und Allan Bullards Jerusalem will be withauot walls.

In der Orgelimprovisation ließ Regionalkantor Tobias Wittmann die Grundfesten erzittern und die Tore sich heben, eine Vision für eine neue Zeit erklang. Die alte Zeit erschien im Orgelchoral Wachet auf von Johann Sebastian Bach in einer unglaublich frischen Artikulation und einem ungewöhnlich bewegten Tempo.

Doch zu lebendigen Steinen gehört auch die Einbeziehung der Zuhörer. Johannes Knecht probte zu Beginn die Lieder und Kanons für das Publikum  und stellte eine Aktion vor, ein Spiel, für das er als Komponist auf dem Programm stand: jeder, der sich beteiligen wollte, zog einen Steinbegriff (Grundstein, Grabstein, Taufstein, Bernstein, Stein vom Herzen etc.) und sollte sich dazu eine Körperhaltung und ein Gefühl überlegen und diese im Aktionsraum darstellen, bzw. in diesem Gefühl den Begriff sprechen. Zahlreich strömten die Teilnehmer in den Aktionsraum, das Publikum kam in Bewegung, aus starren Zuhörern wurden lebendige Steine.

Für die starke Beteiligung beim Singen erhielt das Publikum großes Lob von Johannes Knecht. Auch die moderne Komposition von Gerhard Steiff, die der Chor über dem Choral der Gemeinde sang und die schillernden Steine an den Toren des himmlischen Jerusalem hörbar machte, brachte die Gemeinde nicht aus dem Gleichgewicht: kräftig erscholl ihr Jerusalem, du hochgebaute Stadt, ebenso wie das Wachet auf zu der sehr freien Orgelbegleitung. Mit ihrer Zugabe Walk in Jerusalem versetzte der Chor das Publikum nochmals in Begeisterungsstürme und gab allen eine Vision von lebendiger Kirche mit nach Hause.

 

Johannes Knecht stammt aus Speyer am Rhein. Er studierte Musik- und Literaturwissenschaften in Saarbrücken sowie Violine, Klavier und Dirigieren in Mannheim und Köln. Seine Leidenschaft für das Musiktheater führte ihn nach mehreren Stationen als Operndirigent im Jahr 2001 ans Staatstheater Stuttgart, an dem er in den letzten 17 Jahren als Chordirektor beim Staatsopernchor Stuttgart wirkte und den Klang dieses einzigartigen Ensembles entscheidend prägte. Zusammen mit diesem Ensemble erhielt er zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen. Gastengagements verbinden Johannes Knecht mit verschiedenen Rundfunkchören und Sinfonieorchestern. Er ist regelmäßig zu Gast auf nationalen und internationalen Festivals und gefragter Juror bei internationalen Wettbewerben. Seit 2003 ist Johannes Knecht künstlerischer Leiter des Philharmonia Chores Stuttgart. Johannes Knecht unterrichtet als Professor für Chorleitung an den Musikhochschulen in Stuttgart und Lübeck. Er gibt Masterclasses im In- und Ausland.

Der Philharmonia Chor Stuttgart vereint Vielfalt und hohe musikalische Qualität. Mit seinem Repertoire vom groß dimensionierten chorsinfonischen und oratorischen Werk bis zum klein besetzten A-cappella-Stück ist der Chor seit über 30 Jahren eine feste Größe im Stuttgarter Musikleben. Mit A-cappella-Programmen präsentierte sich das vielseitige Ensemble geschulter Stimmen mehrfach beim Musikfest Stuttgart sowie regelmäßig in Stuttgarter und zahlreichen anderen Kirchen des süddeutschen Raums. Fester Bestandteil im Veranstaltungskalender des Chors sind neben den musikalisch-literarischen Recitals im Neuen Schloss Stuttgart regelmäßige chorsinfonische Konzerte in der Stuttgarter Liederhalle, zuletzt mit Mozarts Requiem.

Das Ensemble wird gefördert von der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg und ist Mitglied im Verband Deutscher Konzertchöre VDKC.

Tobias Wittmann ist Regionalkantor des Katholischen Stadtdekanats Stuttgart und Kirchenmusiker an St. Fidelis. Zudem unterrichtet er an der Musikhochschule Stuttgart als Dozent eine internationale Klasse in Orgelimprovisation. Er konzertiert regelmäßig mit Literatur- und Improvisationsprogrammen, sowohl solistisch als auch mit renommierten Künstlern, wobei sein besonderes Interesse interdisziplinären Formaten gilt. Er war Preisträger des Wettbewerbs „Orgelimprovisationen im Gottesdienst“ und Finalist des internationalen Improvisationswettbewerbs in Haarlem (Niederlande).

 

 

 

 

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